N26: Stalf zieht sich „im Laufe des Septembers“ als Chef zurück
Frankfurt. Die Entscheidung über die künftige Führung von N26 ist gefallen: Mitgründer und Co-Chef Valentin Stalf werde seinen Vorstandsposten „im Laufe des Septembers“ aufgeben, teilte die Berliner Neobank am Freitag mit. Das Institut wird damit künftig von Mitgründer Maximilian Tayenthal und dem bisherigen Aufsichtsratschef, Marcus Mosen, geführt.
Mosen wechselt zum 1. September in den N26-Vorstand und übernimmt die Rolle des Co-Chefs. N26, das sich zu Mosens Wechsel bisher nicht hatte äußern wollen, bestätigte damit einen Handelsblatt-Bericht vom Mittwoch.
Er übernehme aus „langjähriger Verbundenheit zu N26 sowie zu allen Mitarbeitenden, Investoren und Kunden“ gemeinsam mit Tayenthal die operative Führung, erklärte Mosen. N26 sei auf dem Weg, die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen. „In dieser sehr wichtigen Phase für N26 werde ich mich dafür mit ganzem Engagement einsetzen.“
Machtkampf bei N26
Stalf werde sich kommenden Monat aus den „operativen Aufgaben zurückziehen und nach einer Übergangszeit in den Aufsichtsrat der Digitalbank wechseln“, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Handelsblatt hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass Stalf Mitte September aussteigen könnte.
Der Entscheidung war ein Machtkampf zwischen Investoren, Aufsichtsrat und den Gründern vorausgegangen. Bafin und Bundesbank hatten der Neobank nach einer Sonderprüfung im Jahr 2024 massive Defizite im Bereich des Risikomanagements attestiert.
Mehrere wichtige Investoren hatten die kritische Bafin-Prüfung zum Anlass genommen, auf eine Ablösung von Stalf und Tayenthal zu drängen. Von einer Ablösung Tayenthals ist in der Mitteilung nun allerdings keine Rede mehr.
Stalf hatte bereits vergangene Woche angekündigt, seinen Posten als Co-CEO aufzugeben und nach einer Übergangszeit in den Aufsichtsrat zu wechseln. „Ich habe mir in den vergangenen Monaten und auch Jahren immer wieder die Frage gestellt: Was ist die richtige Rolle für mich?“, sagte er im Handelsblatt-Interview. „Und nun habe ich mich dazu entschlossen, künftig in das Kontrollgremium zu wechseln und dort die Zukunft von N26 mitzugestalten.“
Zum konkreten Zeitpunkt seines Rückzugs hatte Stalf sich bisher aber nicht geäußert. „Ich werde das Amt des Co-CEOs nicht morgen niederlegen“, sagte er nur. „Ich stehe so lange zur Verfügung, wie es gewünscht ist.“
Bereits zuvor stand fest, wer der Nachfolger von Mosen für die Leitung des Kontrollgremiums werden soll: der ehemalige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret.
„Mein Ziel ist es, dazu beizutragen, N26 nicht nur als Vorreiter in der Digitalisierung weiterzuentwickeln, sondern auch den vertrauensvollen Dialog mit der Aufsicht weiter zu professionalisieren“, erklärte Dombret in der Mitteilung von N26.