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LebensversicherungLebensversicherer haben sich verkalkuliert und wollen Millionen Kunden loswerden

Weil sich viele Anbieter verrechnet haben, wollen sie ihre Altbestände loswerden. Kunden reagieren frustriert, die IT hinkt hinterher. Regulierer und Verbraucherschützer schlagen Alarm.Christian Schnell 26.09.2022 - 15:26 Uhr Artikel anhören

Seit Jahrzehnten sind Lebensversicherungen neben dem Sparbuch die Lieblingsgeldanlage der Deutschen.

Foto: Stone/Getty Images

München. Die Unzufriedenheit bei Kunden des Lebensversicherers Proxalto ist groß. „Niiiieeeeeee wieder. Monatelang renne ich meinem Geld hinterher“, schreibt User Jassi Rex beim Bewertungsportal Trustpilot.

Der Versicherer Proxalto, der im Jahr 2019 mehr als drei Millionen Lebensversicherungspolicen der Generali übernommen hat, muss sich im Netz starke Kritik gefallen lassen. Proxalto verspricht nun, alle Fälle möglichst schnell abzuschließen.

Ob die Probleme damit gelöst sind? Seit einigen Jahren verkaufen Lebensversicherer alte Verträge, die sich für sie nicht mehr rechnen, an andere Gesellschaften. Das mag für den ein oder anderen Versicherungskonzern ein gutes Geschäft sein – für viele betroffene Kunden bedeutet es aber ein Ärgernis.

Lebensversicherer verkaufen immer mehr alte Verträge an Abwickler wie Proxalto

Das Handelsblatt hat mit Versicherern und Kunden gesprochen, mit Aufsehern, Wissenschaftlern und Vertriebsspezialisten. Das Ergebnis: Die Zahl solcher Fälle wird zunehmen. Die Versicherer haben von knapp 83 Millionen Policen im Land bisher gut sechs Millionen an Abwicklungsgesellschaften wie Proxalto übergeben.

Doch weitere Deals sind angekündigt. So will die deutsche Tochter des französischen Versicherers Axa rund 900.000 Policen der ehemaligen DBV-Winterthur, die bis 2013 abgeschlossen wurden, an die Abwicklungsgesellschaft Athora verkaufen. Und die deutsche Tochter der Zurich-Versicherung plant, etwa 720.000 Altverträge an Viridium abzugeben.

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