Rückversicherer: Munich Re erwartet halbe Milliarde mehr Gewinn
Der Rückversicherer rechnet mit einer halben Milliarde Euro mehr Gewinn als bisher.
Foto: dpaMünchen. Die Munich Re hebt ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich an. Statt der bisher erwarteten 4,0 Milliarden Euro rechnet der weltgrößte Rückversicherer nun mit einem Nettoergebnis von 4,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 3,4 Milliarden Euro.
Großschäden unter den Erwartungen sowie übertroffene Prognosen im Bereich Leben und Gesundheit lassen den Dax-Konzern optimistischer in die Zukunft blicken. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Exakte Zahlen sollen am 8. November folgen.
Bereits in der ersten Jahreshälfte liefen die Geschäfte bei der Munich Re sehr gut. Die hohe Nachfrage nach Versicherungsschutz durch die Erstversicherer stieß dabei auf ein vergleichsweise stabiles Angebot, wie Vorständin Clarisse Kopff bereits in der vergangenen Woche bei einem Mediengespräch verriet. Seit dem Wochenende treffen sich Rückversicherer und ihre Kunden in Baden-Baden, um die Preise für Verträge im kommenden Jahr zu verhandeln.
>>Lesen Sie hier: Hannover Rück – Autoversicherungen werden auch 2024 teurer
Die Tendenz dabei ist eindeutig. Die hohe Inflation gepaart mit steigenden Schadenkosten lassen die Prämien steigen. Davon profitieren die Rückversicherer, was sich bereits in den ersten Quartalen des Jahres angedeutet hatte.
Wie am Montag bekannt wurde, verdiente Munich Re im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen 1,2 Milliarden Euro und damit mehr als die 1,131 Milliarden Euro, die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Ein Grund ist unter anderem, dass die Großschäden in der Rückversicherung für den Schaden- und Unfallbereich leicht geringer ausgefallen sind, als die Experten prognostiziert hatten. Das Segment trägt den Großteil zum Gesamtgewinn des Dax-Konzerns bei.
Hurrikan-Saison bislang unter den Erwartungen
Im dritten Quartal stehen gewöhnlich die schweren Unwetter über dem Atlantik im Fokus der Versicherer. In den USA, der Karibik und im Golf von Mexiko hatten die Stürme in den vergangenen Jahren zu schweren finanziellen Belastungen für Rückversicherer geführt. In diesem Jahr sind die Schäden bisher leicht unter den Erwartungen ausgefallen.
Für Entwarnung ist es allerdings zu früh. Auch in den nächsten Wochen halten Experten schwere Hurrikans für möglich. Entsprechend stellt die Munich Re ihre neue Prognose unter Vorbehalt.
In der Rückversicherung für den Bereich Leben und Gesundheit übertraf die Munich Re mit dem Ergebnis im dritten Quartal die Jahreserwartung. In den Vorjahren war das Segment durch die Belastungen der Coronapandemie belastet.
Die Erstversicherungstochter Ergo erreichte in den Monaten von Juli bis September ein Ergebnis unter den sehr guten ersten beiden Quartalen des Jahres. Grund dafür waren höhere Schäden durch Naturkatastrophen.
Aktie nahe dem Allzeithoch
Die Aktie der Munich Re hat in diesem Jahr bereits deutlich an Wert gewonnen. Kürzlich näherte sich der Kurs bereits dem Allzeithoch von 391 Euro, das die Aktie vor rund 23 Jahren erreicht hatte.
Allerdings ging es mit der Schwächephase des Dax in den vergangenen Wochen wieder leicht nach unten. An einem insgesamt schwachen Aktienmarkt am Montag gehörten die Papiere der Munich Re mit einem leichten Plus auf 369,50 Euro zu den wenigen Gewinnern.