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Von der UBS zur Swiss Re Warum sich Sergio Ermotti neu erfindet

Der scheidende UBS-Chef überrascht mit seinem Wechsel zum Rückversicherer Swiss Re. Dort soll er Verwaltungsratschef werden.
03.03.2020 - 15:30 Uhr Kommentieren
Der Manager sieht seine Zukunft beim Rückversicherer Swiss Re. Quelle: Bloomberg
Sergio Ermotti

Der Manager sieht seine Zukunft beim Rückversicherer Swiss Re.

(Foto: Bloomberg)

Zürich Vor zwei Wochen gab sich Sergio Ermotti noch schmallippig, als es um seine persönliche Zukunft ging: „Heute ist nicht der Tag, um darüber zu sprechen“, sagte er, als ihn Journalisten nach seinen Plänen fragten. Da war gerade bekannt geworden, dass Ralph Hamers künftig die Schweizer Großbank UBS führen soll. Und Ermotti wurde zum Chef auf Abruf.

Jetzt ist klar, weshalb sich der Tessiner kürzlich so bedeckt hielt: Er sieht seine Zukunft beim Rückversicherer Swiss Re. Dort soll Ermotti zunächst in den Verwaltungsrat einziehen, um dann, 2021, Swiss-Re-Übervater Walter Kielholz als Verwaltungsratschef zu beerben. Die Personalie ist ein großer Coup für die Swiss Re – die UBS dagegen muss sich nach einem anderen Nachfolger für UBS-Präsident Axel Weber umsehen. Ermotti galt in Zürich bereits als Favorit auf den Posten.

Mit dem Wechsel von der Bankenszene in die Welt der Versicherungen zeigt Ermotti einmal mehr, dass man ihn besser nicht unterschätzen sollte. Der heute 59-Jährige hat das Bankgeschäft an der Basis gelernt: Schon mit 15 beginnt er eine Ausbildung bei der privaten Cornèr-Bank in Lugano. Bei der US-Investmentbank Merrill Lynch reüssierte er im Aktienhandel, bevor er zur italienischen Großbank Unicredit wechselt.

Im Jahr 2011 übernimmt Ermotti dann die Leitung der UBS. Dort gilt er zunächst als Interimschef, doch geschickt zementiert er seine Stellung. Er schafft, was Branchenkollegen – auch bei der Deutschen Bank – lange versäumen: Er gibt alte Gewohnheiten auf. Gemeinsam mit Verwaltungsratschef Weber fährt Ermotti die Handelsaktivitäten zurück und forciert die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden auf der ganzen Welt.

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    Die UBS-Story galt als Erfolgsgeschichte in der europäischen Bankenwelt, doch zuletzt litt der gute Ruf. Investoren klagten hinter vorgehaltener Hand über mangelnde Dynamik, hinzu kamen juristische Probleme in Frankreich, wo der Bank eine Milliardenstrafe wegen Steuerhinterziehung droht.

    Ermotti gilt als Taktiker

    In dieser Situation überraschte Weber mit der Nominierung von ING-Chef Ralph Hamers als neuem UBS-Chef. Bei dessen Vorstellung im Februar dieses Jahres demonstrierten Weber und Ermotti Geschlossenheit.

    Doch zu Ermottis Zukunft wollten sich beide damals nicht äußern. Dabei galt es als offenes Geheimnis, dass Ermotti sich Hoffnung darauf gemacht hatte, Weber eines Tages als Verwaltungsratspräsident zu beerben. Weber will sein Amt spätestens 2022 abgeben.

    Doch der ehemalige Bundesbank-Chef hielt die Corporate Governance hoch: Ein nahtloser Wechsel Ermottis an die Spitze des Verwaltungsrats war mit Weber nicht zu machen. Dieser bestand auf einem „Cooling-off“ für Ermotti. Doch das passt so gar nicht zu dessen Naturell. Ermotti gilt als gewiefter Taktiker. „Man sollte ihn nie unterschätzen“, sagt einer, der ihn gut kennt. „Er hat seinen Machiavelli gelesen.“

    Swiss-Re-Verwaltungsratchef Kiel glaub fest an seinen Nachfolger

    Eine Weisheit des berühmten italienischen Staatsphilosophen und Strategen lautet denn auch, dass man seine Absichten nie zu früh zeigen soll. So führte Ermotti schon im Herbst 2019 Gespräche mit Swiss-Re-Verwaltungsratschef Kielholz, offiziell wurde der Wechsel aber erst jetzt. Beim Aktionärstreffen im April soll Ermotti nun in den Verwaltungsrat gewählt werden, um Kielholz dann 2021 als Präsident abzulösen.

    Dieser glaubt fest an die Anpassungsfähigkeit seines Nachfolgers: Die Swiss Re stehe schließlich vor ähnlichen Herausforderungen wie die UBS, zudem könne sich Ermotti in Ruhe auf seine neue Position vorbereiten. „Er wird der am besten vorbereitete Verwaltungsratspräsident werden, den wir je gehabt haben“, sagt Kielholz.

    Mehr: Der Schweizer Rückversicherer muss Milliarden für verheerende Katastrophen aufbringen. Trotzdem erhalten Aktionäre eine eine höhere Dividende.

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