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Sergio Ermotti Gehalt des UBS-Chefs sinkt um mehr als 1,5 Millionen Franken

Mit rund 12,5 Millionen Franken fällt das Gehalt von CEO Sergio Ermotti niedriger aus als im Vorjahr. Auch Verwaltungsratschef Axel Weber muss zurückstecken.
28.02.2020 - 11:26 Uhr Kommentieren
Der UBS-Chef wird die Bank im Oktober 2020 verlassen. Quelle: Reuters
Sergio Ermotti

Der UBS-Chef wird die Bank im Oktober 2020 verlassen.

(Foto: Reuters)

Zürich UBS-Chef Sergio Ermotti hat im vergangenen Jahr weniger verdient als im Vorjahr: Ermotti erhält rund 12,5 Millionen Franken, wie aus dem Vergütungsbericht der Bank hervorgeht. Im Jahr 2018 hatte seine Entschädigung noch rund 14,1 Millionen Franken betragen. Der Tessiner zählt damit aber weiter zu den Topverdienern unter Europas Bankern.

Ermottis Gehaltsrückgang wird in dem Vergütungsbericht damit begründet, dass die Bank ihre Ziele in Sachen Eigenkapitalrendite und Gewinn nicht ganz erfüllt hat. Das Institut hatte für 2019 einen Gewinnrückgang auf 4,3 Milliarden Dollar verzeichnet, das waren rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Ermotti ist es das letzte volle Jahr an der Spitze der UBS. Vor einer Woche machte die Bank publik, dass der langjährige ING-Chef Ralph Hamers ab diesem Herbst die Führung der Bank übernehmen soll.

Neben der durchwachsenen Jahresbilanz könnte auch der milliardenschwere Steuerstreit in Frankreich Ermotti bares Geld kosten: Ein Teil seiner Vergütung hängt vom Ausgang des Falles ab, heißt es in dem Bericht.

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    Ein Gericht in Frankreich hatte die Bank im vergangenen Jahr wegen Steuerhinterziehung zu einer Milliardenstrafe verurteilt. Die Bank hält die Strafe für unberechtigt und hat Revision eingelegt. Im Juni geht der Fall in die nächste Instanz. „Sofern der französische Crossborder-Fall zum Zeitpunkt, in dem die Übertragung erfolgen soll, ungelöst ist, unterliegt der betreffende Teil der Zuteilung weiterhin vollständig dem Verfallsrisiko“, heißt es dazu im Vergütungsbericht.

    Auch die Vergütung von Verwaltungsratspräsident Axel Weber fällt etwas niedriger aus: Weber verdient 5,2 nach zuvor sechs Millionen Franken. Auch bei Weber ist ein Teil davon an den endgültigen Ausgang des Frankreich-Falls gebunden.

    Im vergangenen Jahr hatten Aktionäre die hohe Vergütung für Ermotti und Weber kritisiert. Zudem verweigerten die Aktionäre der Führungsriege der Bank mit Blick auf den Frankreich-Fall die Entlastung. Der moderate Gehaltsrückgang lässt sich als Besänftigung der Aktionäre interpretieren – ob sich diese damit zufrieden geben, bleibt offen. Die Bank hält ihre Generalversammlung am 29. April ab.

    Aus dem Vergütungsbericht geht auch das „Willkommensgeld“ für einen prominenten Neuzugang der UBS hervor: Der neue Co-Chef der Vermögensverwaltung Iqbal Khan erhält demnach für das Jahr 2019 eine einmalige Zahlung von 8,1 Millionen Franken.

    Diese so genannte „einmalige Ersatzzahlung“ dürfte Khans verfallene Ansprüche beim Rivalen Credit Suisse abgelten, von dem der Manager zur UBS gewechselt war. Khan war während seines Wechsels von Privatdetektiven im Auftrag der Bank beschattet worden. Die Überwachung führte zu einer Spionageaffäre, in deren Sog der langjährige Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam seinen Posten räumen musste.

    Mehr: Der Führungswechsel bei der UBS ist ein Beweis für den Paradigmenwechsel in der Bankbranche, meint Handelsblatt-Redakteur Michael Maisch.

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