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Coronakrise Bundesbank-Vorstand: „Unsere Tresore sind voll bis oben hin“

Die Bundesbank sieht keine Gefahren für die Bargeldversorgung. Auch Sorgen über Ansteckungsrisiken durch Geldscheine und Münzen seien unbegründet.
17.03.2020 - 15:15 Uhr Kommentieren
Nach wie vor sind sie vor allem in Deutschland besonders beliebtes Zahlungsmittel. Quelle: dpa
Geldscheine

Nach wie vor sind sie vor allem in Deutschland besonders beliebtes Zahlungsmittel.

(Foto: dpa)

Frankfurt Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jüngst davon gesprochen, dass die Lage in Deutschland „außergewöhnlicher als in der Bankenkrise“ sei. Entsprechend stellen sich manche auch jetzt wieder die Frage, ob sie an Bargeld kommen.

Darauf gibt Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann eine klare Antwort: „Das Bargeld wird in Deutschland nicht ausgehen. Unsere Tresore sind bis oben hin gefüllt“, sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz, bei der die meisten Teilnehmer per Telefon zugeschaltet waren. Auch bei der Logistik gibt es demnach keine Probleme.

Erhöhte Abhebungen von Bargeld habe die Bundesbank in den vergangenen beiden Wochen nicht beobachten können, sagte der für Bargeld zuständige Vorstand. Lediglich am gestrigen Montag habe der Umfang der Auszahlungen, der je nach Wochentag zwischen 1,5 und drei Milliarden Euro beträgt, um rund 700 Millionen Euro höher gelegen als an diesem Wochentag sonst im Durchschnitt.

Üblicherweise wird vor dem Wochenende oder vor Feiertagen mehr Bargeld abgehoben als sonst, daher variieren die Zahlen. Beermann verwies darauf, dass die Bundesbank auch am Samstag Bargeld bearbeiten könnte, das aus dem Einzelhandel zurückfließe, falls es eine erhöhte Nachfrage gibt. Aktuell sei dies aber nicht der Fall.

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    Auch einer anderen Sorge trat Beermann entgegen: Von Scheinen und Münzen gehe kein besonderes Ansteckungsrisiko aus. In den USA hatte sich die Notenbank Federal Reserve (Fed) laut Agenturberichten bereits am 21. Februar dazu entschieden, Dollar-Scheine aus Asien unter Quarantäne zu stellen. Von den weltweit in Umlauf befindlichen rund 1,75 Billionen Dollar entfällt ein bedeutender Teil auf Asien.

    Die Fed und die ihr angeschlossenen regionalen Notenbanken lagern die betroffenen Banknoten für sieben bis zehn Tage ein. Erst danach werden sie bearbeitet und wieder in den Geldkreislauf eingespeist. Auch in China hat die Regierung laut Medienberichten angeordnet, dass Banken ihre Bargeldbestände mit UV-Licht desinfizieren und sieben bis vierzehn Tage einlagern müssen, bevor sie diese wieder ausgeben dürfen.

    Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, der Infektiologe René Gottschalk, sieht keinen Grund für solche Maßnahmen. Wenn es eine Übertragung des Coronavirus über Geldscheine auf Menschen geben würde, hätte sich die Zahl der Infektionen nach seiner Einschätzung anders entwickelt.

    Hierfür müsse das Virus nicht nur nachweisbar, sondern auch in größerem Umfang auf Geldscheinen vorhanden sein. Dafür gebe es aber keinerlei Hinweise. Hauptübertragungsweg des Coronavirus seien Tröpfcheninfektionen durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen.

    Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hatte bereits versichert, die Bevölkerung könne darauf vertrauen, dass sie „mit Bankdienstleistungen wie gewohnt versorgt wird“: Der Zahlungsverkehr mit allen Bezahlmöglichkeiten werde unverändert aufrechterhalten, Geldautomaten würden ausreichend mit Bargeld bestückt. Die Bankmitarbeiter sollen für ihre Kunden weiter erreichbar sein – gegebenenfalls im Homeoffice.

    Mehr: Ökonomen sehen weiteren Spielraum für die EZB gegen die Coronakrise.

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