Fed-Zinsentscheid: US-Notenbank Fed hebt Leitzins und signalisiert mehr Flexibilität
Der Präsident der US-Notenbank hält weitere Zinsschritte für wahrscheinlich – und warnt die Märkte vor allzu viel Optimismus.
Foto: APNew York. Die US-Notenbank hat den Leitzins zum vierten Mal in Folge außergewöhnlich kräftig angehoben. Sie erhöhte ihn am Mittwoch erneut um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch mitteilte. Damit liegen die Zinsen auf dem höchsten Niveau seit 2008.
Die Geldpolitiker signalisierten jedoch mehr Flexibilität bei ihrem weiteren Vorgehen. So betonte die Fed zwar, dass die Zinsen weiter steigen werden, um die Inflation „mit der Zeit zurück zu dem Zweiprozentziel zu bringen“, heißt es in ihrem Statement. Zum ersten Mal räumte die Notenbank jedoch explizit ein, dass sie die „kumulativen Effekte“ ihrer Geldpolitik berücksichtigen wird, genauso wie die „Verzögerungen“, mit denen die Zinspolitik in der US-Wirtschaft ankommt.
Analysten werten das als ein positives Signal für die Märkte. Viele Anleger hatten gehofft, dass die Fed nach dieser Zinserhöhung etwas behutsamer vorgehen würde, auch um die Stabilität an den Finanzmärkten nicht zu gefährden. Dies sei ein erstes Anzeichen dafür, so Brian Coulton, Chefökonom der Ratingagentur Fitch. Er geht davon aus, „dass die Fed Anfang des kommenden Jahres mit den Zinserhöhungen aufhören wird“.