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FinanzmärkteInvestoren hoffen nach Zinswende der Fed auf eine „weiche Landung“

Aktien ja, Gold eher nicht, sagt Joe Davis, Chefökonom von Vanguard, nach der Entscheidung der US-Notenbank. Jerome Powell habe derzeit einen „harten Job“.Astrid Dörner, Frank Wiebe 17.03.2022 - 16:26 Uhr Artikel anhören

Anleger schauen darauf, wie sich die Zinswende auf die US-Märkte auswirkt.

Foto: AP

New York, Frankfurt. Nachdem die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch die Zinsen zum ersten Mal seit 2018 erhöht hat, versuchen die Investoren, die Folgen abzuschätzen. Wird Fed-Chef Jerome Powell eine „sanfte Landung“ gelingen, also eine Normalisierung der Geldpolitik, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu drängen? Davon hängt alles ab.

Der Blick auf die US-Anleihen zeigt, dass Sätze für die fünfjährigen und zehnjährigen Papiere eng beieinander bei gut 2,1 Prozent liegen. Eine „inverse“ Struktur, wo die langfristigen unter den kurzfristigen Renditen liegen, gilt als Vorzeichen einer Rezession.

Joe Davis, globaler Chefökonom der US-Fondsgesellschaft Vanguard, glaubt, dass aus den Märkten ein zu negatives Szenario abzulesen ist. Seiner Meinung nach erleben wir gerade einen wirtschaftlichen Strukturbruch, der auf Dauer zu höheren realen Renditen führen wird.

Unter anderem wegen hoher Investitionen in Rüstung und Klimaschutz wird es seiner Meinung nach künftig nicht mehr den lange Zeit vorherrschenden Überschuss von Sparen gegenüber Investitionsbedarf geben. Und das, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt, sei gut für Investoren.

Wer strategisch investiert, sollte auf gut bewertete Aktien setzen. Kurzfristig könne ein Depot mit einem hohen Anteil an Gold und inflationsgeschützten Anleihen der Inflation besser trotzen, aber auf längere Sicht sei damit nicht viel zu holen.

Skeptisch gegenüber Bitcoin

„Dem Inflationsschutz von Gold stehen sehr starke Preisschwankungen gegenüber“, warnt er, daher hält er das Edelmetall für „nicht effizient“ als Anlage. Gegenüber Kryptowährungen bleibt er skeptisch, wobei er nicht ausschließt, dass sich zwei oder drei davon als eine Alternative zu Gold durchsetzen und im Kurs deutlich steigen.

Davis räumt ein: „Es ist ein harter Job für Powell, eine weiche Landung hinzubekommen.“ Im Gespräch mit dem Handelsblatt fügt er hinzu: „Ein solches Manöver gleicht einem Einhorn – man sieht es äußerst selten.“ Trotzdem bleibt er Optimist. Er findet es gut, dass die Fed gehandelt hat.

Seiner Meinung nach hat sie zu lange ignoriert, wie eng der Arbeitsmarkt ist. Davis spricht von einer „Normalisierung“ der Geldpolitik, nicht von einer Straffung, denn bisher sei sie so lose wie seit 30 Jahren nicht mehr gewesen.

Insgesamt ist die Zinserhöhung der Fed am Mittwoch so ausgefallen wie erwartet. Die neu veröffentlichten Projektionen der US-Geldpolitiker für weitere Anhebungen zeigen aber einen relativ steilen Pfad.

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Matthew Luzetti, Chefökonom der Deutschen Bank in New York, ist deutlich pessimistischer. Er warnt vor einem schwierigen Spannungsverhältnis zwischen den beiden Zielen der Fed, Preisstabilität zu gewährleisten und einen starken Arbeitsmarkt zu erhalten.

Die Notenbanker gingen in ihren Prognosen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit weiter von 3,8 auf 3,5 Prozent sinkt, während die Zinsen steigen. Luzetti hält das für zu optimistisch. Preisstabilität könne nur erreicht werden, „wenn man das Wachstum deutlich zurückfährt und die Arbeitslosigkeit steigt, damit steigt auch das Rezessionsrisiko in den kommenden Jahren“.

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