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GeldpolitikEZB-Aufsicht: Banken sollen krisenfester werden

Die Risiken für den Finanzsektor sind gestiegen. Demnach fordert die EZB die Banken auf, in den kommenden zwei Jahren unter anderem ihre IT-Sicherheit zu stärken. 12.12.2022 - 13:51 Uhr Artikel anhören

Bislang habe es zwar noch keinen massiven Anstieg der Hackerangriffe auf den europäischen Bankensektor gegeben, dennoch müssten die Geldhäuser extrem wachsam bleiben.

Foto: imago/Panthermedia

Frankfurt. Geldhäuser im Euro-Raum sollen aus Sicht der EZB-Bankenaufsicht ihre Widerstandsfähigkeit gegen konjunkturelle und geopolitische Krisen stärken. Das sei einer der drei vorrangigen Schwerpunkte, die die Europäische Zentralbank (EZB) für die Jahre 2023 bis 2025 in der Aufsicht über die Institute verfolgen will, wie sie am Montag in Frankfurt ankündigte.

Ein weiterer Fokus der Bankenwächter liege auf den Herausforderungen der Digitalisierung und der Verbesserung der Unternehmenssteuerung. Im Blick haben die Bankenkontrolleure auch die Abwehr von IT-und Cyberrisiken. Ein dritter Schwerpunkt soll in den kommenden Jahren auf dem Umgang der Banken mit den Risiken aus dem Klimawandel liegen.

Die EZB ist seit 2014 für die Aufsicht über die großen Banken zuständig. Aktuell überwacht sie 110 Institute, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Aufseher treibt um, dass dem Euro-Raum aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs eine Rezession im Winterhalbjahr droht.

Dazu kommt – angefacht durch explodierende Energiepreise – eine Inflation von derzeit rund zehn Prozent, worauf die EZB mit kräftigen Zinsanhebungen reagiert hat. Dadurch verschärfen sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen. Das Kreditrisiko für die Banken nimmt daher zu.

Der Ukraine-Krieg hätte Unsicherheiten in Wirtschaft und der Finanzmärkten erhöht, erklärte die EZB. „Die derzeitige Situation verlangt von den Banken und der Bankenaufsicht extreme Vorsicht“, so die Aufseher. Die Börsen hätten sich nach einem starken Kursrückgang im ersten Halbjahr zwar wieder etwas erholt.

Sie blieben aber anfällig für weitere Kurskorrekturen. Die hohe Unsicherheit könne zu verstärkten Marktturbulenzen führen. Dies könne die Bilanzen der Banken belasten oder zu geringeren Erträgen aus börsenbezogenen Geschäften führen.

Die höheren Zinsen und die trüben Wachstumsaussichten führen aus Sicht der EZB womöglich dazu, dass Kreditnehmer bei der Bedienung ihrer Schulden in Schwierigkeiten geraten. „Dies könnte insbesondere bei hoch verschuldeten Haushalten und Unternehmen der Fall sein“, warnten die Aufseher. Daher müsse beim Thema faule Kredite auf frühe Warnzeichen geachtet werden. Unternehmen im Energiesektor seien besonders anfällig.

Die EZB will unter anderem das Kreditengagement der Banken bei Energieunternehmen und -händlern unter die Lupe nehmen.

Auslaufende EZB-Spritzen im Fokus

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Den Aufsehern zufolge könnten die steigenden Zinsen dazu führen, dass es für Hausbesitzer schwieriger werde, Schulden zu bedienen. Dabei hat die EZB vor allem variabel verzinste Hypothekendarlehen im Blick. Auch der Markt für Gewerbeimmobilien – insbesondere für Büroräume – werde womöglich durch steigende Zinsen und höhere Baukosten negativ beeinflusst. Hier mache sich zudem die veränderte Organisation von Arbeit infolge der Corona-Pandemie bemerkbar.

In den kommenden Monaten wollen die Aufseher an Institute herantreten, deren Finanzierungsstrukturen anfällig sind oder deren Liquiditätsmanagement Schwachstellen aufweist. Dabei wollen sie schauen, welche Strategien Banken für ihre Finanzierung haben, wenn die sehr lukrativen langfristigen Kreditspritzen der EZB – in der Fachwelt TLTRO genannt – künftig auslaufen werden. 

rtr
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