Geldpolitik: EZB-Ratsmitglied Villeroy sieht Erfolge im Kampf gegen Inflation
„Inflation ist eine Krankheit und Zinsen sind die Medizin“, sagte das Ratsmitglied der EZB.
Foto: ReutersParis. Die Europäische Zentralbank wird laut Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau im Kampf gegen die Inflation die Schlüsselzinsen voraussichtlich hinreichend lange hoch halten bei vier Prozent. „Inflation ist eine Krankheit und Zinsen sind die Medizin“, sagte das Ratsmitglied der EZB am Dienstag dem Fernsehsender BFM. Die Medizin beginne zu wirken.
„Wir denken vier Prozent ist ein gutes Niveau. Wir müssen die Zinsen bei vier Prozent hinreichend lang belassen.“
Auch Volkswirte sehen laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters die EZB voraussichtlich auf dem Zinshöhepunkt angekommen. Die Ökonomen gehen davon aus, dass die Währungshüter voraussichtlich die Zinsen nun bis mindestens Juli 2024 auf dem aktuellen Niveau belassen werden. Reuters befragte Volkswirte vom 15. bis 18. September zu ihren Erwartungen.
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Den Umfrageergebnissen zufolge rechneten alle 70 befragten Volkswirte damit, dass die EZB nun erst einmal pausieren und am Einlagensatz in diesem Jahr nicht weiter rütteln wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es doch noch in diesem Jahr zu einer Zinsanhebung kommt, wurde auf 20 Prozent eingestuft.
Rund 60 Prozent der befragten Volkswirte – 41 von 70 – gingen in der Umfrage davon aus, dass die Währungshüter bis Juli 2024 die Zinsen nicht senken werden.
Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Zinsen das zehnte Mal in Serie angehoben. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, den Geschäftsbanken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, stieg damit von 3,75 auf 4,00 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit dem Start der Währungsunion 1999. Die EZB signalisierte zudem, dass damit möglicherweise fürs erste der Zinshöhepunkt erreicht sein könnte.