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GeldpolitikNiederländischer Notenbankchef: 2025 Inflationsziel erreicht

Die Geldpolitik sei auf einem guten Weg, erklärt Notenbankchef Knot. Doch die Verbraucher in der Eurozone zweifeln am Optimismus der Zentralbanker. 11.10.2023 - 14:27 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der niederländische Notenbankchef sieht die EZB noch längst nicht am Ziel.

Foto: Bloomberg

Marrakesch. Immer mehr Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) gehen davon aus, dass sich die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent einpendeln wird. Die Geldpolitik sei derzeit in einer guten Position, sagte der niederländische Notenbankchef Klaas Knot am Mittwoch in Marrakesch. Es gebe eine „glaubwürdige Perspektive“, dass die Inflationsrate 2025 den Zielwert der EZB von zwei Prozent erreiche. Die hohe Inflation im Euroraum ist in den letzten Monaten zurückgegangen.

Doch werde die Notenbank wachsam bleiben. „Wir haben noch einen langen und steinigen Weg vor uns“, räumte der Niederländer ein. Auch der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hatte jüngst gesagt, er erwarte, dass die EZB Mitte des Jahrzehnts bei ihrem Inflationsziel landen werde.

Die Verbraucher im Euroraum sind skeptischer: Im Mittel gehen sie davon aus, dass die Teuerung binnen drei Jahren noch bei 2,5 Prozent liegen wird, wie die EZB zu der im August erhobenen Umfrage mitteilte. Im Juli hatten die Konsumenten noch einen Wert von 2,4 Prozent veranschlagt.

Wohl keine weitere Zinserhöhung

Die EZB hatte die Zinsen zuletzt Mitte September um einen viertel Prozentpunkt angehoben, um die Inflation in Schach zu halten. Es war bereits die zehnte Anhebung in Folge. Der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz liegt bei 4,00 Prozent - das höchste Niveau seit den Anfängen der Währungsunion 1999. Nach Äußerungen mehrerer Notenbanker gelten weitere Zinserhöhungen vorerst als eher unwahrscheinlich. EZB-Vertreter hatten zuletzt unter anderem auf die rückläufige Inflation verwiesen und erklärt, der Zinshöhepunkt sei wohl erreicht.

Aktuell liegt die Teuerungsrate bei 4,3 Prozent – das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2021. In ihren Mitte September frisch aufgelegten Projektionen erwarten die Volkswirte der EZB, dass die Inflationsrate 2025 auf 2,1 Prozent zurückgehen wird, die Notenbank dann also fast eine Punktlandung bei ihrem mittelfristigen Ziel hinlegen wird. Im Zuge der mauen Weltwirtschaft und gestiegener Zinsen dürfte die Wirtschaftsleistung zugleich im laufenden Jahr nach Einschätzung des EZB-Stabs nur noch um magere 0,7 Prozent zulegen. Für 2024 veranschlagen sie einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent. Der spanische Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos befürchtet, dass die Wirtschaft im laufenden Quartal schrumpfen könnte. Mit nachlassender Inflation und steigenden Realeinkommen dürfte allerdings nächstes Jahr eine Erholung einsetzen, sagte das EZB-Ratsmitglied in Marrakesch.

rtr
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