Teuerungsrate: Inflation in Spanien fällt deutlich – und könnte richtungsweisend für den Euro-Raum sein
Laut dem Präsidenten der spanischen Zentralbank bewegt sich die straffe Zinspolitik auf ein Ende zu.
Foto: BloombergMadrid. Die Teuerungsrate in Spanien fiel im Mai auf 3,2 Prozent nach 4,1 Prozent im Vormonat, wie das staatliche Statistikamt Instituto Nacional de Estadistica (INE) am Dienstag mitteilte. Damit liegt die Inflation in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone auf dem niedrigsten Wert seit Juli 2021.
Auch die Kerninflation – der Indikator, der die Kosten für Energie und einige Lebensmittel ausschließt – ging den dritten Monat in Folge zurück und liegt bei 6,1 Prozent.
Der Präsident der spanischen Zentralbank, Pablo Hernandez de Cos, sagte am Montag, dass die straffe Zinspolitik zwar noch nicht abgeschlossen sei. „Aber wir glauben, dass wir uns dem Ende nähern.“
Im gesamten Euro-Währungsraum hatte der Preisauftrieb zuletzt wieder leicht zugelegt. Die Teuerungsrate stieg im April auf sieben Prozent nach 6,9 Prozent im März. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfehlt damit ihren Zielwert von 2,0 Prozent deutlich.
Allerdings sank im Mai die für den europäischen Vergleich berechnete Teuerungsrate HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex), die nach EU-weit einheitlichen Regeln berechnet wird, auf 2,9 von 3,8 Prozent im April. Das gilt immerhin als gutes Vorzeichen für die Entwicklung der Inflation in der Euro-Zone.
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Für die am Donnerstag anstehenden Preisdaten der Euro-Zone zum Mai erwarten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten einen spürbaren Rückgang der Inflationsrate auf 6,3 Prozent.
Die EZB hat die Schlüsselzinsen bereits sieben Mal in Folge um insgesamt 3,75 Prozentpunkte angehoben, um die Inflation einzudämmen. Auf der nächsten Zinssitzung am 15. Juni könnte nach Einschätzung von Experten eine weitere Erhöhung um einen viertel Prozentpunkt folgen.
Erstpublikation: 30.05.2023, 10:54 Uhr.