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Währung Türkische Lira auf Rekordtief – das sind die Auswirkungen

Ein Dollar kostet in der Türkei so viel wie noch nie. Die psychologische Marke hat für die Wirtschaft des Landes nicht nur Nachteile.
07.05.2020 - 09:41 Uhr Kommentieren
Die Landeswährung stand schon längere Zeit unter Druck. Quelle: Reuters
Banknoten der türkischen Lira

Die Landeswährung stand schon längere Zeit unter Druck.

(Foto: Reuters)

Istanbul Am Ende gab die türkische Zentralbank den Widerstand auf. Die türkischen Geldwächter hatten in den vergangenen Wochen Hunderte Millionen US-Dollar aus der eigenen Reserve auf den Markt geworfen, um den Wechselkurs der Lira zum Dollar zu stützen. Geld, das der Staat in Zeiten einer Pandemie an anderer Stelle gut gebrauchen könnte.

Und so geschah am Donnerstag, was absehbar war: Die Lira ist zum Dollar so billig wie noch nie. Oder, aus Sicht der Türken, so teuer wie noch nie: Erstmals müssen sie in dieser Woche mehr als 7,24 Lira für einen Dollar bezahlen. Ein Euro kostet derzeit knapp 7,80 Lira und ist damit kurz vor dem Tiefstand. Der leichte, aber beständige Fall der Lira hat für die Wirtschaft viele verschiedene Auswirkungen – aber nicht nur negative.

Vor allem für türkische Firmen, die Rohstoffe oder Zwischenprodukte aus dem Ausland beziehen, werden diese Importe nun teurer. Das gilt für Rohöl ebenso wie für Düngemittel, Maschinenteile oder importierte Lebensmittel.

Andererseits: Öl ist derzeit so billig wie seit Jahren nicht mehr. Die Türkei – und auch andere Schwellenländer – können Öl und Gas nun günstig einkaufen und vor der nächsten Wintersaison ihre Depots auffüllen. Und durch Corona hat die gesamtwirtschaftliche Nachfrage abgenommen. Viele Unternehmen können sich Importe schlicht nicht leisten, oder sie ersetzen diese durch heimische Produkte. Darüber hinaus dürfte die schwache Währung die Exporte ankurbeln.

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    Trotzdem steht die türkische Wirtschaft vor einer Belastungsprobe. Die Nettoreserven des Landes sind seit Jahresbeginn um 15 Milliarden auf 25 Milliarden US-Dollar gesunken. Ein Großteil davon ging dafür drauf, den Kurs der türkischen Lira zu stützen; der Rest ging als Hilfen an Bürger und Unternehmen, die vom Ausmaß der Corona-Pandemie besonders betroffen sind.

    Finanzminister Berat Albayrak hatte in einer Telefonkonferenz mit Investoren am Mittwochnachmittag noch betont, die Reserven der Zentralbank seien „ausreichend“. Außerdem verfolge die türkische Zentralbank weiterhin das „Ziel eines flexiblen Wechselkurses“, anders ausgedrückt: eines „floating regime“.

    Dies ist für Investoren ein wichtiges Stichwort, wenn es darum geht, die Konditionen eines Marktes rational einzuschätzen. Ein Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) schloss Albayrak aus, ebenso wie sein Schwiegervater, Staatspräsident Erdogan.

    Mehr: Corona bringt in den Schwellenländern die Armut zurück

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