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Experte für Immobilien„Wir werden irgendwo Kompromisse machen müssen“

Der Immobilienfachmann Sven Carstensen sieht noch keine Preiswende am Immobilienmarkt und warnt im Interview vor den Folgen steigender Sanierungskosten: unverkäufliche Häuser und Wohnungen.Carsten Herz, Julian Trauthig 15.05.2023 - 16:01 Uhr Artikel anhören

Die neue Sanierungspflicht könnte viele Eigentümergemeinschaften überfordern.

Foto: dpa

Frankfurt. Sven Carstensen ist Vorstand von Bulwiengesa, einem der größten unabhängigen Beratungs-, Analyse- und Bewertungsunternehmen für die Immobilienbranche in Deutschland. Der Experte, der auch im Rat der Immobilienweisen des Spitzenverbandes ZIA sitzt, fürchtet, dass sich der Engpass am Wohnungsmarkt weiter zuspitzt.

Im Interview mit dem Handelsblatt sagt Carstensen eine „Preisspirale für Mieter“ voraus. Auf dem Markt für Kauf-Wohnimmobilien erwartet er keine rasche Wende – und sieht lediglich eine gewisse Stabilisierung der Preise.

Lesen Sie hier das Interview mit Sven Carstensen zum Immobilienmarkt:

Herr Carstensen, seit vergangenem Sommer fallen die Kaufpreise am deutschen Immobilienmarkt in breiter Front. Nun zeigt ein Hauspreisindex eine erste Stabilisierung an. Ist das schon die Wende am Markt?
Nein, eine Wende mit wieder steigenden Preisen erwarte ich auf keinen Fall: Wir erleben derzeit lediglich eine gewisse Stabilisierung, weil Käufer davon ausgehen, dass wir den Großteil der Zinssteigerungen bereits hinter uns haben.

Eine Faustregel lautet, dass ein Prozentpunkt Zinsanstieg inflationsbereinigt etwa drei Prozent Preisrückgang bei Wohnimmobilien bedeutet. Danach könnten die Immobilienpreise um bis zu 15 Prozent fallen. Wie groß wird die Korrektur am Ende ausfallen?
Wenn wir auf den gesamten Immobilienmarkt schauen, haben wir bei Gewerbeimmobilien bereits teilweise einen Rückgang der Preise um 20 bis 25 Prozent gesehen – die große Abwärtsspirale liegt also dort schon hinter uns. Bei Eigentumswohnungen sorgt die Knappheit dagegen dafür, dass dieser Effekt weitgehend ausbleibt. Die Preise werden bei Neubauten nicht günstiger werden. Lediglich ein paar laufende Bauprojekte könnten in Schieflage geraten. Im Wohnungsbestand hängt der Preis zunehmend vom energetischen Zustand und der Lage der Gebäude ab. Die Investoren ziehen vom Angebotspreis ab, was sie die Sanierung der Häuser kosten wird – und diese Summen fallen immer höher aus.

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