German Property Group: Anlagebetrug-Ermittlungen: Neue Abgründe im Milliardenskandal mit Immobilien
Der Fall der German Property Group entwickelt sich zum mutmaßlich größten Immobilienbetrug Deutschlands im vergangenen Jahrzehnt.
Foto: Handelsblatt/VotsmeierKöln, Hannover. Charles Smethurst war ein Verkaufsgenie, sagt jemand, der lange für seine Firmen arbeitete. Ob in Irland, Großbritannien oder Asien: Überall gelang es dem Deutschbriten, Investorengelder für seine Projekte einzusammeln. Die zugehörigen Firmen hießen anfangs Dolphin Capital, dann Dolphin Trust, zuletzt German Property Group. In Summe warben die von Smethurst dominierten Gesellschaften 1.023.247.852 Euro ein.
Davon ist nicht mehr viel übrig. „An Liquidität waren in der gesamten Gruppe weniger als 200.000 Euro vorhanden“, sagt Gerrit Hölzle, der vom Amtsgericht Bremen bestellte vorläufige Insolvenzverwalter für die German Property Group. Der Bestand an Immobilien reiche bei Weitem nicht aus, um die Ansprüche der Anleger zu befriedigen.
„Uns sind bislang gut 50 Immobilien bekannt, die die Gruppe im Bestand hat. Das Portfolio reicht von nahezu wertlosen Äckern bis zu einigen Altbauten mit Potenzial“, so Hölzle. Viele der Immobilien seien nicht saniert worden. Seine Prognose: „Der Verkauf einiger Objekte dürfte sehr schwierig werden.“
Der Fall der German Property Group entwickelt sich zum womöglich größten Immobilienbetrug Deutschlands im vergangenen Jahrzehnt. Zum Vergleich: Im Februar 2013 wurden die Geschäftsführer der Immobiliengruppe S&K wegen des Verdachts auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug festgenommen. Das Landgericht Frankfurt verurteilte die beiden Hauptverantwortlichen zu je achteinhalb Jahren Haft. Der Schaden, der ihnen zur Last gelegt wurde, betrug 240 Millionen Euro. Ein Viertel der Summe also, um die es bei der German Property Group gehen soll.