Immobilien: Eine Milliarde Euro Verlust: Abschreibungen bei Consus verhageln Adler-Gruppe die Konzernbilanz 2021
Auf den Baustellen der Adler-Tochter Consus, wie hier am Steglitzer Kreisel in Berlin, geht es kaum voran. Das schlägt auf die Bilanz durch. Der Konzern schreibt eine Milliarde bei der Consus ab.
Foto: BloombergBerlin, Zürich, Düsseldorf. Wer den Geschäftsbericht der Adler Group von vorn durchblättert, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass das Jahr 2021 für den Immobilienkonzern im Wesentlichen gut verlaufen sei. In dem Dokument, das Adler am Samstagabend veröffentlicht hat, heißt es gleich zu Anfang, die Erträge aus der Vermietung seien auf fast 500 Millionen Euro angewachsen. Die Leerstandsquote betrage niedrige 1,1 Prozent.
Eine Pressemitteilung zitiert frohe Botschaften der Vorstände. „Die operative Basis der Adler Group ist stabil und robust, und wir machen Fortschritte bei der Verbesserung unserer Kapitalstruktur“, lässt CEO Maximilian Rienecker verlauten. Sein Kollege Thierry Beaudemoulin sekundiert: „Die Adler Group verfügt über ein werthaltiges Bestandsportfolio und eine attraktive Projektentwicklungs-Pipeline an Topstandorten.“
Die beiden Vorstände lächeln auf Fotos in der Bilanzbroschüre verschmitzt in die Kamera. „Vertrauensvoll in die Zukunft“, hat Adler darübergeschrieben. Doch beim genauen Hinsehen entpuppt sich die Bilanz als Dokument des Niedergangs. Spätestens ab Seite 130 wird jedem Leser klar, dass Adler auf ein Horrorjahr 2021 zurückblickt. Dort ist in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein negatives Jahresergebnis von 1,17 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte Adler noch ein Plus von 262 Millionen Euro erwirtschaftet.