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ImmobilienExperten der LBBW erwarten sinkende Baukosten

Wegen geringer Auftragszahlen bei vielen Bauunternehmen könnten künftig die Preise sinken. Bauwillige sind damit in einer besseren Verhandlungsposition.Christian Schnell 29.04.2024 - 15:23 Uhr
Baustelle in einer Siedlung: Die Preise für den Hausbau könnten bald günstiger werden. Foto: dpa

München. Für Bauwillige gibt es Hoffnung auf niedrigere Preise. Auslöser sind die niedrige Auftragslage im Wohnungsbau und der damit hohe Druck auf die Bauunternehmen. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), erwartet: „Die weiterhin unterirdischen Auftragseingänge sprechen dafür, dass die Bauunternehmen noch zu Preiszugeständnissen gezwungen werden.“

Laut LBBW-Untersuchungen haben Bauunternehmen ihre Preise in den vergangenen zwei Jahren stärker angehoben, als ihre Kosten für Material und Löhne gestiegen waren. Der Preisanstieg hat Bauwillige zusätzlich zu den seit 2022 spürbar höheren Hypothekenzinsen belastet.

Mit Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zogen nicht nur die Preise massiv an. Viele Materialien waren auch nicht oder nur sporadisch verfügbar. Die Folge war eine eingeschränkte Auswahl zu hohen Kosten, die aus Sicht der LBBW übermäßig an die Kunden weitergegeben wurde.

Bauunternehmen könnten in Zukunft Preise senken

„In der Phase hoher Kapazitätsauslastung und stark steigender Materialkosten konnten die Bauunternehmen die von ihnen erzielten Preise kräftig steigern“, erläuterte Kraemer. Bisher haben sich zwar noch nicht viele Unternehmen für größere Preiszugeständnisse entschieden, das könnte sich aber in Zukunft ändern.

Denn im Schnitt haben Bauunternehmen nur noch Aufträge für die nächsten drei Monate. Ende vergangenen Jahres lag der Durchschnitt noch bei sechs Monaten. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) prognostizierte deshalb jüngst einen Rückgang der Baupreise um 3,2 Prozent im laufenden Jahr und um 5,5 Prozent im kommenden Jahr.

Für Bauwillige eröffnen sich so aus Sicht der LBBW Möglichkeiten, um ihrerseits Druck auf Bauunternehmen und Baustoffhändler auszuüben. „Mit Blick auf gut verdienende Unternehmen sollten Abnehmer von Bauleistungen kritisch hinterfragen, ob die aufgerufenen Preise tatsächlich gerechtfertigt sind“, so Kraemer. Die Statistiken sprächen dafür, dass es zumindest in einigen Bereichen Luft nach unten gebe.

Baukosten: Der Preisverfall unsanierter Immobilien ist gestoppt

Die rückläufige Entwicklung bei den Baukosten schlägt inzwischen auch auf Bestandsgebäude durch. So ist der Preisverfall unsanierter Häuser gegenüber Immobilien mit sehr guten Energiewerten gestoppt. Im ersten Quartal betrug die Preisdifferenz zwischen Gebäuden der Energieeffizienz A/A+ und jenen der schlechtesten Kategorien G/H nur noch 25,1 Prozent, nach 26,9 Prozent im Schlussquartal 2023. Das haben die Experten des Immobilienberaters JLL berechnet.

Dahinter steckt die Annahme, dass die Kosten für eine energetische Sanierung bei älteren und unsanierten Häusern nahezu eins zu eins vom Kaufpreis abgezogen werden. Deshalb war der Wert dieser Gebäude nach dem starken Preisanstieg ab 2021 massiv gesunken.

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Sören Gröbel, Director Living Research bei JLL Deutschland, sagte: „Mittlerweile haben sich die Baukosten stabilisiert, bei einigen Gewerken sind sogar leicht rückläufige Kostenentwicklungen zu beobachten.“ Für Entlastung sorgt zudem, dass die Zinsen für die Finanzierung von Sanierungen seit dem Jahreswechsel auf etwa gleichem Niveau bleiben.

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