Immobilien in Berlin: Hühnerstall oder „Döner am See“ – Wo baue ich mein Haus?
Berlin. Acht Schritte – so breit darf mein Glück sein. Schließlich gelten auch in meinen Träumen Berliner Bebauungsvorschriften, die besagen, dass ich nur 20 Prozent der Wiese vor mir bebauen darf. Und wenn ich keinen Schlauch als Haus haben will, sollten es acht Schritte sein. Das ist weniger als die Fußballtore, die wir als Kinder auf nassen, grünen Wiesen ausgemessen haben. Damals, um von einem Bäumchen loszugehen und die Jacke dort hinzulegen, wo der zweite Pfosten stünde.
Heute dienen mir die acht Schritte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was es bedeuten würde, dieses Grundstück in Heiligensee, einer der teuersten Gegenden Berlins, zu kaufen. Wie es wäre, mit einem eigenen Haus dem Wohnungschaos der Hauptstadt zu entkommen. Ich muss dafür viel Vorstellungskraft aufbringen, aber das ist auch nötig angesichts der Realität auf dem Berliner Mietmarkt.
Neueste Zahlen zeigen, dass Berlin mit 5,4 Prozent im dritten Quartal die höchste Wachstumsrate bei Neumieten von allen deutschen Metropolen aufweist.
Ein Haus zu bauen dagegen kann heute dank Fertighäusern auch mit weniger als 100.000 Euro gelingen. Es bräuchte dafür halt nur ein Grundstück. Was mich zu meiner Recherche bringt, die Teil des neuen Formats „Min, Max, Mitte“ ist.
In diesem Format geht es darum, dass wir für einen Trend, für ein Phänomen, für eine Frage in den Daten wühlen. Und dann ein Autor oder eine Autorin an die Orte des Minimums, des Maximums und des Mittelwerts dieses Phänomens fährt, um mehr zu verstehen, was hinter den Daten steckt. Eine datengetriebene Reportage sozusagen.