Immobilien: Sonderuntersuchung bei Adler-Gruppe: KPMG stößt auf „Bewertungsunterschiede“ im Entwicklungsportfolio
Die Baustelle des Hochhauses Steglitzer Kreisel in Berlin kommt kaum voran. Verantwortlich ist die Adler-Tochter Consus.
Foto: imago images/Dirk SattlerDüsseldorf, Berlin. Der Luxemburger Wohnungskonzern Adler Group gerät noch stärker unter Druck: Bei der Bewertung der Entwicklungsprojekte des Unternehmens gibt es Widersprüche und Vorwürfe wegen Deals mit angeblich nahestehenden Personen. Sie können bislang nicht ausgeräumt werden.
Diese vorläufigen Ergebnisse hat eine Sonderuntersuchung der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG zutage gefördert, die Adler im vergangenen Herbst beauftragt hatte, um Vorwürfen von Shortsellern zu begegnen. Darüber informierte der neue Adler-Verwaltungsratsvorsitzende Stefan Kirsten die Märkte am Donnerstagabend um 19.47 Uhr per Ad-hoc-Meldung.
Auslöser der Sonderuntersuchung war eine Attacke des britischen Shortsellers Fraser Perring. Er hatte Adler im Oktober in seinem Dossier mit dem Titel „Bond Villains“ Betrug, Manipulation und Täuschung der Geldgeber vorgeworfen. Der Konzern hatte die Vorwürfe seinerzeit vollumfänglich zurückgewiesen und eine ausführliche Replik angekündigt.
Die Sonderuntersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG dauert seitdem an. Ende Januar musste Adler deshalb die für 31. März geplante Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2021 verschieben. Sie soll nun in der „letzten Aprilwoche“ nachgeholt werden.