Immobilien: Was wirklich gegen die Wohnungsnot hilft
Verzweifelte Suche: In München bieten Interessenten hohe Prämien für die Vermittlung einer Wohnung.
Foto: dpaDüsseldorf. Deutschland erlebt einen sagenhaften Boom, einen Immobilienboom. Wobei „Boom“ nur eine freundliche Umschreibung dafür ist, dass die Preise und Mieten steigen. In Wahrheit herrscht in deutschen Großstädten ein Verdrängungswettbewerb. Wer sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten kann, muss wegziehen, an den Rand der Stadt. Und wer schon am Rand wohnt, hat ein Problem. Dort kann eine Mieterhöhung von 5,50 Euro auf sechs Euro pro Quadratmeter zur existenziellen Frage werden.
Wer ist schuld an der Wohnungsnot? Wie sehen Rezepte zur Lösung aus?
Die Politik hat das Thema für sich entdeckt. Es eignet sich hervorragend, um das soziale Profil zu schärfen, erst recht im Jahr einer Bundestagswahl. Nur leider sind viele der Vorschläge, die Wähler vor höheren Mieten schützen sollen, bestenfalls gut gemeint, gehen aber am Kern des Problems vorbei.
Peer Steinbrück, der Kanzlerkandidat der SPD, fordert öffentlich die Deckelung der Mieten. „Die sozialen Brennpunkte in Städten nehmen zu“, sagt Steinbrück. Es könne nicht sein, dass Mieten bei Neuvermietungen um bis zu 30 Prozent erhöht werden. Steinbrück will festschreiben, dass bei Neuvermietungen die Miete um nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Bei Bestandsmieten soll die Obergrenze bei maximal 15 Prozent in vier Jahren liegen.