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ImmobilienkonzernAdler bekommt von Wirtschaftsprüfer KPMG kein Prüfungsurteil – Aktienkurs im freien Fall

Der Wirtschaftsprüfer KPMG ist offenbar nicht in der Lage ein Prüfungsurteil abzugeben. Man habe einen sogenannten Versagungsvermerk angekündigt. 29.04.2022 - 22:12 Uhr Artikel anhören
Foto: imago/IPON

Der Immobilienkonzern Adler Group muss im Dauerstreit um sein Berichtswesen eine schwere Schlappe einstecken. Der Wirtschaftsprüfer KPMG ist eigenen Angaben zufolge nicht in der Lage, nach der Beendigung der Abschlussprüfung ein Prüfungsurteil abzugeben. KPMG habe einen sogenannten Disclaimer of Opinion (Versagungsvermerk) für den Konzernabschluss und Einzelabschluss 2021 angekündigt, teilte Adler am späten Freitagabend in Luxemburg mit.

Anleger zeigten sich entsetzt. Der Aktienkurs des Immobilienkonzerns brach auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um fast ein Drittel ein.

Adler hatte sich erst vor einer Woche nach einer KPMG-Sonderprüfung als von den Vorwürfen entlastet bezeichnet. Zwar seien in der Dokumentation und in der Abwicklung einiger Transaktionen Mängel festgestellt worden, die Sonderprüfer hätten hingegen keine Beweise dafür gefunden, dass es systematisch „betrügerische oder die Gesellschaft ausplündernde Transaktionen mit angeblich nahe stehenden Personen“ gegeben habe, hatte Adler mitgeteilt.

Die Sonderprüfung geht auf Vorwürfe der Investmentfirma Viceroy des Leerkäufers Fraser Perring zurück, der auch den insolventen Finanzdienstleister Wirecard früh mit Veröffentlichungen unter Druck gesetzt hatte. Gegen Adler hatte Viceroy erstmals Anfang Oktober vergangenen Jahres schwere Vorwürfe erhoben - unter anderem mit Blick auf die Bewertung von Immobilienprojekten. Der Aktienkurs war daraufhin stark unter Druck geraten.

Nach der Mitteilung hatte der Kurs zwar um ein Fünftel zugelegt, noch im Handelsverlauf war ein Großteil der Gewinne aber wieder abgebröckelt.

Die Adler Group hat ihren rechtlichen Sitz in Luxemburg und ihren operativen Hauptsitz in Berlin. Das Unternehmen war aus dem Zusammenschluss von Ado Properties, Adler Real Estate und dem Berliner Projektentwickler Consus Real Estate entstanden. Ado Properties hatte hierbei Adler Real Estate übernommen und dann Consus geschluckt.

dpa
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