Corestate-Krise: Die fragwürdige Rolle von Investor Karl Ehlerding
Der Immobilienkonzern steckt nach zahlreichen Führungswechseln in den vergangenen Jahren, Missmanagement und dem Einbruch in der Immobilienwirtschaft tief in der Krise.
Foto: mauritius images / Timon Schneider / Alamy / Alamy Stock PhotosZürich, Frankfurt, Berlin. Der neue Retter des Immobilienkonzerns Corestate könnte ein alter Bekannter werden: Investor Karl Ehlerding, 80, könnte sich an einer geplanten 45 Millionen Euro schweren Kapitalspritze des krisengeplagten Konzerns beteiligen. Das bestätigten drei mit den Vorgängen vertraute Personen dem Handelsblatt. Corestate und Ehlerding lehnten eine Stellungnahme ab.
Der Schritt mag Außenstehende überraschen: Erst Ende Juni hatte Ehlerding via Börsen-Pflichtmitteilung bekannt gegeben, dass er seinen Anteil von rund sechs Prozent an Corestate auf null Prozent reduziert habe. Der Investor war im Dezember 2021 zusammen mit Stavros Efremidis bei dem Konzern eingestiegen.
Nach kaum mehr als einem halben Jahr, so schien es im Juni, beendete Ehlerding das Abenteuer Corestate unter hohen Verlusten.
Bei seinem Einstieg hatte die Aktie des Immobilienkonzerns noch bei rund acht Euro notiert. Bei seinem Ausstieg lag der Kurs nur noch bei etwa 1,40 Euro. Das entspricht einem Minus von mehr als 80 Prozent.
Doch Unternehmenskreisen zufolge ist Ehlerding weiterhin Corestate-Aktionär. Aufseiten der Anteilseigner mischt er in den Verhandlungen mit Gläubigern über die Refinanzierung zweier Anleihen mit, wie mehrere Insider unabhängig voneinander bestätigen. Corestate hat Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro ausstehen, die Ende November sowie im April 2023 fällig werden.