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ImmobilienkonzernEvergrande stößt weitere Firmenteile ab – S&P sieht hohes Risiko für Zahlungsausfall

Der Immobilienkonzern verkauft Beteiligung an Streaming-Tochter HengTen, dem „Netflix Chinas“. Dabei nimmt Evergrande einen Verlust hin – die Aktie fällt. 18.11.2021 - 10:35 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Immobilienkonzern ist stark verschuldet.

Foto: Reuters

Hongkong. Der hochverschuldete Immobilienkonzern China Evergrande will sich mit dem Verkauf von Konzernteilen Luft verschaffen. Um seine Schuldenlast zu verringern, verkauft Evergrande für umgerechnet rund 274 Millionen Dollar seine Anteile am Film- und Fernseh-Streaming-Unternehmen HengTen Network. Dabei nimmt Evergrande nach eigenen Angaben vom Donnerstag einen Verlust in Kauf.

Der Immobilienentwickler steht mit mehr als 300 Milliarden Dollar bei Banken und anderen Gläubigern in der Kreide und hat in den vergangenen Wochen mehrfach Fristen für die Zahlung von Anleihezinsen gerissen. Die Ratingagentur S&P warnte vor großen Ausfallrisiken.

Den 18-prozentigen Anteil an HengTen, an dem auch der chinesische Technologieriese Tencent Holdings beteiligt ist, veräußerte Evergrande mit einem Abschlag von 24 Prozent zum Schlusskurs vom Mittwoch. 20 Prozent des Kaufpreises würden innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Datum der Vereinbarung fällig, der Rest solle innerhalb von zwei Monaten abgewickelt werden, teilte Evergrande mit. Chinesische Medien bezeichnen HengTen als das Netflix des Landes. Evergrande hat bereits in den vergangenen Wochen Aktien der Streaming-Tochter verkauft.

Die Aktien des Immobilienkonzerns sackten um fünf Prozent ab, die Titel von HengTen kletterten dagegen um 23 Prozent.

Evergrande muss Ende Dezember weitere Kuponzahlungen in Höhe von 255 Millionen Dollar bezahlen. Investoren fürchten, dass die Schuldenprobleme des Konzerns und anderen Immobilienentwicklern das ganze Finanzsystem in China ins Wanken bringen.

Analysten von S&P schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls bei den Anleihen von Evergrande nach wie vor als sehr hoch ein. Der Lackmustest stehe im Frühjahr bevor, erklärten die Experten. Im März und April würden Rückzahlungen von 3,5 Milliarden Dollar fällig.

„Das Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, Immobilien zu verkaufen, was bedeutet, dass das Hauptgeschäftsmodell praktisch nicht mehr besteht“, schrieben die Analysten in einer Kurzanalyse. „Dies macht eine vollständige Rückzahlung seiner Schulden unwahrscheinlich.“

rtr
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