Immobilienmesse: „So rasante Zinssprünge gab es noch nie“: Auf der Expo Real werden die Sorgen der Immobilienbranche spürbar
Die Sorge wegen schnell steigender Zinsen ist groß.
Foto: Messe MünchenMünchen. Von der Euphorie früherer Jahre ist nicht mehr viel zu merken auf der Münchener Expo Real. Wer sich beim alljährlichen Branchentreffen der Immobilienbranche umschaut, der spürt vor allem eines: Ernüchterung.
Der Ukrainekrieg, steigende Zinsen, Inflation und die durch die Pandemie noch immer gestörten Lieferketten sorgen für eine Stimmung, die irgendwo zwischen Sorge, Trotz und vorsichtiger Zuversicht schwankt.
Das größte Kopfzerbrechen bereiten Ausstellern und Besuchern die steigenden Zinsen. „So rasante Zinssprünge gab es noch nie“, meint Francesco Fedele, Gründer von BF Direkt, einem großen Kreditvermittler für professionelle Immobilieninvestoren.
Er hofft, dass die großen Notenbanken ihre Zinserhöhungen zumindest verlangsamen werden. Von einer Krise will Fedele nicht sprechen, noch mangle es am Immobilienmarkt nicht an Geld.
Die Folgen der strikteren Geldpolitik zeigen sich jedoch bereits bei den Baufinanzierungen. Lag das abgeschlossene Neufinanzierungsvolumen gegenüber dem Vorjahr im Mai noch fast 20 Prozent im Plus, drehte es bereits im Juni Daten von Barkow Consulting zufolge deutlich ins Minus. Im Juli lag es dann schon 16 Prozent unter Vorjahr. Im August beschleunigte sich der Rückgang auf minus 19 Prozent.