Blockchain: Immobilieninvestments brauchen keine Tokens
Andonians ist Mitgründer und Chief Technology Officer von Estating S.A. und Dozent für Künstliche Intelligenz an der Frankfurt School of Finance & Management.
Quelle: Estating S.A.
Die Blockchain-Technologie macht die Dezentralisierung von Vertrauen möglich. Das stiftet in vielen Bereichen sehr großen Nutzen, zum Beispiel beim Bitcoin – einem Zahlungsmittel, das ohne Zentralbank funktioniert.
Auch dort, wo das traditionelle Finanzsystem Defizite hat, kann die Blockchain-Technologie helfen. Das funktioniert überall dort, wo nach festgelegten Regeln Berechnungen anzustellen sind, wie etwa bei der Ermittlung von Fondsausschüttungen. Hier passieren regelmäßig Fehler, die Prozesse für Kontrolle und Korrektur fressen enorme Ressourcen. Eine Implementierung als Smart Contract auf Basis der Blockchain-Technologie kann große Effizienzgewinne bringen.
Blockchain wird in Form von Tokens auch immer häufiger eingesetzt, um Eigentumsrechte nachzuweisen. Das Versprechen: Vermögenswerte wie Immobilien können so beliebig fraktioniert und handelbar gemacht werden.
Das klappt allerdings auch im traditionellen Finanzsystem sehr gut – mittels Verbriefung. Wie bei der Tokenisierung wird eine Zweckgesellschaft gegründet, die Eigentümerin der Immobilie wird. Diese begibt dann – anstelle von Blockchain-Tokens – handelbare Wertpapiere, die einen Anteil an der Immobilie verbriefen.
Der Weg über Tokenisierung ist in diesem Fall ein unnötiger Umweg, weil die Verbriefung von Eigentumsrechten über Wertpapiere sehr effizient und sicher ist. Die Blockchain-Technologie hat hier sogar einige entscheidende Nachteile.