Nachhaltig bauen: So klappt das Sanieren mit historischen Bauteilen
Eigentümer können den Charme von Altbauten erhalten, wenn sie bei der Sanierung kaputte Türen oder Fenster durch historische Bauteile ersetzen lassen.
(Foto: Michael Reichel/dpa)
Foto: HandelsblattDas Konzept des „zirkulären Bauens“ ist innerhalb von wenigen Jahren für Planer, Handwerker, Unternehmen und Bauherren eine wichtige Zielrichtung geworden: Baustoffe werden beim Abbau nicht entsorgt, sondern möglichst für neue Projekte recycelt. Das spart Ressourcen, Entsorgungskosten und CO2-Emissionen. „Alles, was wir im Baubestand haben und weiter nutzen können, müssen wir nicht noch einmal herstellen“, erklärt Johannes Kreißig, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).
Mit dem zirkulären Bauen gewinnt auch eine Nische der Branche an Bedeutung – die Wiederverwendung von historischen Baustoffen wie zum Beispiel dekorative Türen und Fliesen, alte Ziegel oder Holzbalken. „Das ist zwar eine kleine Komponente, aber Kleinvieh macht auch Mist“, sagt Kreißig. Auch für Eigentümer von Wohnimmobilien sind historische Bauelemente spannend. Allerdings erfordert die Suche nach geeigneten Materialien und fachkundigen Handwerkern einigen Aufwand.
Spezialisierte Händler haben eine große Auswahl an Bauteilen für die Sanierung
Der erste Anlaufpunkt für Bauherren sind Händler, die sich auf historische Baustoffe spezialisiert haben. Sie sind am einfachsten über den Unternehmerverband Historische Baustoffe (UHB) oder den Verein Bauteilnetz zu finden. Die Unternehmer bergen Konstruktionsteile, Materialien und Möbel aus Häusern, die saniert, entkernt oder abgerissen werden. Meist handelt es sich um Produkte aus den 1880er bis 1940er Jahren. „Historische Bauelemente zeichnen sich durch ihre Formensprache, vor allem aber durch ihre handwerkliche Qualität aus. Sie wurden in einer Zeit gefertigt, wo man nicht in Jahrzehnten, sondern in Jahrhunderten gedacht hat“, erklärt Olaf Elias, UHB-Vorstand und -Gründer.