Wohnungsbau: Gegen den Trend – Zahl genehmigter Wohnungen in Hamburg steigt
Berlin. Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich in den vergangenen Monaten deutlich aufgehellt. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts. Im Juli sank der Anteil der Firmen mit Auftragsmangel auf 46,1 Prozent, den niedrigsten Wert seit August 2022. In den Baugenehmigungen spiegelt sich dieser Stimmungsaufschwung bislang allerdings nicht wider.
Zwar wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge im ersten Halbjahr 2025 4,3 Prozent mehr Neubauwohnungen als im Vorjahreszeitraum genehmigt. Der Aufwärtstrend ist allerdings nur auf steigende Zahlen bei Einfamilienhäusern zurückzuführen. Bei Mehrfamilienhäusern, also dem klassischen Wohnungsbau, blieben die Genehmigungszahlen nahezu unverändert. Die Behörden genehmigten 57.300 neue Wohnungen, ein Plus von 0,1 Prozent.
Hansestadt als Ausnahme: Baugenehmigungen um zwei Drittel im Plus
Anders in Hamburg: Dort ist die Zahl der genehmigten Neubauten mit drei oder mehr Wohneinheiten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 70 Prozent gestiegen – von 1180 auf 2002 Einheiten. Auch die Gesamtzahl aller genehmigten Wohnungen, die durch Neu- und Umbau entstehen sollen, legte um zwei Drittel zu.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) führt die positiven Zahlen in der Hansestadt auf Anfrage des Handelsblatts vor allem auf zwei Faktoren zurück: die Förderung für den Sozialen Wohnungsbau und den Anfang des Jahres vorgestellten „Hamburg-Standard“ für kostenreduziertes Bauen.