Sylt, Norderney und Föhr: Wie teure Ferienwohnungen Einheimische vertreiben
Auf Sylt sind die Kaufpreise für viele Menschen, die auf der Insel arbeiten, kaum erschwinglich.
Foto: dpaKöln. Der 200 Jahre alte Gutshof in List auf Sylt war umgeben von einem Bauzaun. Anfang des Jahres hing dort ein Schild: „Alte Häuser stören nur die Spekulanten.“ Der Spruch fasst den Konflikt auf Deutschlands Vorzeigeinsel aus Sicht vieler Bewohner zusammen. Denn der Hof – eine Ruine – ist inzwischen abgerissen. Und wo er stand, will ein Investor drei neue Häuser bauen, trotz anhaltender Proteste vieler Insulaner.
Teure Neubauten, in denen oft nur Ferienwohnungen oder Zweitwohnsitze entstehen, treiben aus ihrer Sicht die Preise und die Einheimischen von ihrer Insel. Ein Gutachten im Auftrag der Gemeinde Sylt, zu der unter anderem die Orte Westerland und Tinnum gehören, hat den Verdacht im vergangenen Jahr bestätigt. Viele, die Hotels, Supermärkte und Restaurants am Laufen halten, pendeln auf die Insel. Bis zu 5000 Menschen machen das Medienberichten zufolge täglich.
Der Quadratmeterpreis für ein durchschnittliches Haus lag im ersten Quartal 2022 bei rund 18.740 Euro, für eine Eigentumswohnung bei etwa 13.000 Euro. Das zeigt der Küstenreport Nordsee des Immobilienmaklers Von Poll.