Immobilien: Was unser Autor bei der Wohnungssuche in Köln erlebte
Köln. Am Ende preist der Handwerker dann noch die Fenster der Wohnung an: „Die sind Champions League.“ Damit meint er: sehr schalldicht. Dazu bekomme ich einen Klapps auf die Schulter und ein Grinsen. Die wollen mir diese Wohnung ja fast aufschwatzen, denke ich.
Konrad-Adenauer-Ufer, das ist eine Hausnummer: Direkt vor dem Haus fließt der Rhein, ringsherum stehen denkmalgeschützte Prachtbauten. Es ist eine der besten Gegenden Kölns. Champions League – will ich das überhaupt?
Meine bisherigen Wohnungen hatten eher Oberliga-Niveau. Und diese hier kann ich mir eigentlich nicht leisten. Sie gehört zu den teuersten der Stadt, obwohl sie nur 60 Quadratmeter misst.
Doch der Vermieter hat eine Antwort darauf: „Diese Wohnung und die Gegend werden dich motivieren“, raunt er mir im Stile eines Businesscoachs zu. Sprich: Die Wohnung werde mich motivieren, mehr zu verdienen, damit ich sie mir dann leisten kann. „Ich habe immer lieber in erfolgreichen Gegenden gewohnt als in Gegenden, wo ich mir unsicher war, ob ich mein Fahrrad auf der Straße anschließen kann.“
Es bleibt nicht der einzige interessante Ausspruch, der mir auf meiner Wohnungssuche für das datenbasierte Reportage-Format „Min, Max, Mitte“ zu Ohren kommt.
Für den Text habe ich mir eine der günstigsten und eine der teuersten Wohnungen auf dem Kölner Mietmarkt angesehen sowie eine durchschnittlich teure Wohnung. Durch diese Auswahl lässt sich eine Vielzahl von Schlüssen und Lektionen über den Wohnungsmarkt einer Großstadt wie Köln ziehen.