Wohnungsbau: Weniger Genehmigungen für Wohnungsbau – Experten sehen „brenzlige Lage“
Nach neun Monaten liegt die Zahl der Genehmigungen mit 272.054 nun 3,7 Prozent hinter dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Genehmigung neuer Wohnungen in Deutschland stockt weiterhin. Im September erteilten die Behörden für 27.449 neue Einheiten grünes Licht, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Das waren 9,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Damit verstärkte sich der negative Trend aus den Monaten zuvor: Nach neun Monaten liegt die Zahl der Genehmigungen mit 272.054 nun 3,7 Prozent hinter dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück. Es wurden mehr als 10.000 Wohnungen weniger genehmigt.
Besonders stark ging in den ersten drei Quartalen die Zahl der neu genehmigten Einfamilienhäuser zurück. Ein Rückgang um 11.173 Häuser oder 15,4 Prozent bedeuteten noch 61.509 Genehmigungen. Ein Grund ist das Auslaufen des Baukindergeldes, das in einem Teil des Vergleichszeitraums 2021 noch gegolten hatte.
„Die Negativspirale ist Ausdruck der extremen Verunsicherung öffentlicher und privater Wohnungsbauer“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie (HDB), der Nachrichtenagentur Reuters. „Aufgrund des hohen Bedarfs an Wohnraum muss nun die Politik endlich liefern, wenn sie wirklich den Willen hat, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“