Börse Frankfurt: Was für Anleger heute wichtig ist
Viele Profis warnen, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist. Es gibt weitere Abwärtspotenziale.
Foto: imago/imagebrokerFrankfurt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nach schwachen Konjunkturzahlen aus Deutschland und den USA haben Investoren zum Ausklang der vergangenen Woche darauf gesetzt, dass die Notenbanken die Zinsen womöglich doch nicht so stark anheben werden wie zuletzt befürchtet. Das verlieh vor allem den Aktien Auftrieb. Auch der Dax notiert am Montagmorgen auf außerbörslichen Handelsplattformen im Plus.
Doch Strategen warnen vor falscher Hoffnung. Für DZ-Bank-Analyst Sven Streibel ist „Die Talsohle am Aktienmarkt ist noch nicht erreicht“. Kurzfristig überwiegen seiner Ansicht nach die Risiken am Aktienmarkt eindeutig die Chancen. Der Aktienexperte erkennt daher vorerst „weiteres Abwärtspotenzial am breiten überregionalen Aktienmarkt“.
Inflation, Energiekrise, Ukraine-Krieg: Rezessionsangst bleibt
Auch Marko Behring, Chef der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank, sieht bei einer möglichen Zwischenerholung in dieser Woche eine sogenannte Bärenmarktrally handeln. So bezeichnen Börsenexperten einen Kursaufschwung, der einen längerfristigen Abwärtstrend nur kurz unterbricht.
Die über den Kapitalmärkten hängende schlechte Stimmung wird auch in dieser Woche weiterhin genährt durch eine immer stärkere Rezessionsangst. Sie wurde ausgelöst von der anhaltend hohen Inflation, der Energiekrise infolge des Ukrainekriegs und der noch immer bestehenden Lieferkettenprobleme infolge der Coronapandemie.