Börsengänge: „Spekulationsblase könnte platzen“: Gefährliche Euphorie bei neuen US-Aktien
Nach dem Börsengang des Daten- und Cloud-Spezialisten Snowflake hat sich der Kurs des Unternehmens mehr als verdoppelt.
Foto: ReutersFrankfurt. Snowflake, Doordash, Airbnb und Abcellera: In allen vier Fällen rissen die Anleger den Alteigentümern der US-Firmen die überteuerten Aktien bei Börsengängen in den vergangenen Monaten aus den Händen. Mitte September ging zunächst der Daten- und Cloud-Spezialist Snowflake mit einer Kursspanne von 100 bis 110 Dollar aufs Parkett. Schon am ersten Tag stieg der Kurs zeitweise auf 250 Dollar und liegt jetzt deutlich darüber. Obwohl das Unternehmen Verluste schreibt, wird es mit fast 80 Milliarden Dollar bewertet.
Kurz vor Weihnachten legten die anderen drei Kandidaten nach. Keiner von ihnen macht Gewinn, aber Airbnb konnte den Wert am ersten Börsentag mehr als verdoppeln, das Biotech-Unternehmen Abcellera sogar verdreifachen, und der Essenslieferant Doordash schaffte ein Plus von mehr als 80 Prozent. Und auch wenn die Kurse zum Teil seither etwas nachgegeben haben, bleibt es bei sehr hohen Kapitalisierungen.
Kein Wunder, dass dieser IPO-Boom in den USA Experten in Deutschland an den Neuen Markt erinnert, der vor gut 20 Jahren zum Sammelbecken von Internet- und Medienunternehmen wurde, die Verluste machten, bei Anlegern heiß begehrt waren und heute zu einem großen Teil gar nicht mehr existieren. Auch der IPO-Index von Renaissance Capital zeigt einen Höhenflug (siehe Grafik). Er umfasst, nach Börsengewicht gerechnet, rund 80 Prozent der neu in den USA gelisteten Unternehmen. Sie scheiden wieder aus, wenn sie in einen großen Index aufgenommen werden – oder nach maximal zwei Jahren.