Cashcloud-Aktien brechen ein: Ein Fintech, die Bafin und zweifelhafte Börsenbriefe
Bezahlen mit dem Smartphone könnte zum Trend werden.
Foto: obsFrankfurt. Rund zwanzig Prozent Kursverlust an nur einem Tag: Für die Aktien des Finanz-Startups Cashcloud ging es am Freitag rasant abwärts, eine Aktie kostete kaum noch 1,30 Euro. Kurz davor hatten die Pennystocks allerdings ähnlich sprunghaft an Wert zugelegt. Während sie noch am 12. April ihr Allzeittief bei gerade mal 70 Cent verbuchten, waren sie seit Anfang dieser Woche auf rund 1,70 Euro geklettert und das Handelsvolumen war erheblich gestiegen.
Cashcloud bietet ein kontaktloses Bezahlsystem und hat seinen Sitz in Luxemburg. Gemeinsam mit dem Kreditkartenunternehmen Mastercard gibt es einen NFC-Sticker heraus, der am Smartphone angebracht wird und das Bezahlen ohne physischen Einsatz einer Kreditkarte ermöglicht. Dafür muss der Sticker über eine digitale Geldbörse – ein sogenanntes mobile Wallet-Konto – aufgeladen werden. Aktuell zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben in vier europäischen Ländern insgesamt 185.000 Nutzer seiner App.
Auf den Auslöser für die zwischenzeitliche Kursanstieg der Cashcloud-Titel lässt nun eine Warnung der Finanzaufsicht Bafin schließen: In einem Verbraucherhinweis teilten die Aufseher mit, dass Aktien des Unternehmens derzeit in E-Mail-Börsenbriefen zum Kauf empfohlen würden. Es gebe „Anhaltspunkte, dass im Rahmen der Kaufempfehlungen unrichtige oder irreführende Angaben gemacht werden und/oder bestehende Interessenskonflikte pflichtwidrig verschwiegen werden“. Nähere Informationen zum Absender der Briefe oder den konkreten Angaben gaben die Aufseher nicht. Auf Nachfrage des Handelsblatts verwiesen sie auf Verschwiegenheitsgründe.