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Covid-Impfstoffentwickler Curevac strebt Bewertung von mehr als zwei Milliarden an

Der Börsengang der Biotechfirma Curevac könnte dem Unternehmen fast 300 Millionen Euro an frischen Mitteln bringen und den bisherigen Eignern eine kräftige Wertsteigerung.
11.08.2020 - 12:00 Uhr Kommentieren
Im Rahmen des geplanten Börsengangs sollen 13,3 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Zentrale von Curevac in Tübingen

Im Rahmen des geplanten Börsengangs sollen 13,3 Millionen neue Aktien ausgegeben werden.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Frankfurt Der Tübinger Covid-Impfstoffentwickler und RNA-Spezialist Curevac strebt mit einer vorbörslichen Bewertung von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro an die amerikanische Technologiebörse Nasdaq. Das geht aus dem jüngsten Filing des Biotechunternehmens im Vorfeld des geplanten Börsengangs hervor.

Im Zuge des bevorstehenden IPO und einer parallel dazu geplanten Privatplatzierung bei dem bisherigen Mehrheitseigner Dietmar Hopp will Curevac insgesamt bis zu 345 Millionen Dollar an zusätzlichem Kapital einwerben und dazu neue Aktien in einer Preisspanne von 14 bis 16 Dollar je Aktie ausgeben.

Nach Abschluss aller Transaktionen errechnet sich damit auf Basis des mittleren Emissionspreises von 15 Dollar je Aktie eine Börsenbewertung von knapp 2,7 Milliarden Dollar (knapp 2,3 Milliarden Euro). Das Tübinger Unternehmen wäre damit das nach Börsenwert fünftgrößte deutsche Biotechunternehmen – nach Biontech, Qiagen, Morphosys und Evotec.

Im Einzelnen ist geplant, im Rahmen des IPO 13,3 Millionen neue Aktien auszugeben. Zusätzliche knapp zwei Millionen Aktien können die Banken bei starker Nachfrage platzieren. Außerdem hat Dietmar Hopp zugesagt, über seine Dievini Hopp Biotech Holding für zusätzliche 100 Millionen Euro Curevac-Aktien zum Emissionspreis zu erwerben.

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    Der bisherige Mehrheitseigner und Hauptfinanzier von Curevac würde dann nach dem Börsengang noch zwischen 49,1 und 49,7 Prozent an dem Unternehmen halten, je nachdem ob die Banken die Mehrzuteilungsoption nutzen oder nicht.

    Der Anteil der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau, die jüngst über eine private Platzierung 300 Millionen Euro in Curevac investiert hat, wird im Zuge des IPO voraussichtlich auf 16,7 bis 16,9 Prozent sinken. Die britische Glaxo-Smithkline, die Anteile an Curevac in Verbindung mit einer Forschungsallianz erwarb, wird laut Prospekt noch mit rund 8,5 Prozent beteiligt sein.

    Sowohl GSK als auch die KfW könnten im Falle eines erfolgreichen Listings und eines Kurses von 15 Dollar je Aktie auf dem Papier solide Buchgewinne erzielen. Die Beteiligung der KfW wäre bei einem Kurs von 15 Dollar je Aktie rund 380 Millionen Euro wert, was einem Wertzuwachs von rund 26 Prozent seit dem Einstiegspreis entspricht.

    In Relation zu den unmittelbaren Konkurrenten Biontech und Moderna, die ebenfalls wie Curevac an Covid-Impfstoffen auf Basis von mRNA arbeiten, wäre das Tübinger Unternehmen dabei noch vergleichsweise moderat bewertet. Biontech erreicht derzeit eine Marktkapitalisierung von 17,5 Milliarden Dollar, Moderna von rund 28 Milliarden Dollar.

    Breites Entwicklungsprogramm

    Die beiden Unternehmen verfügen allerdings auch über ein breiteres Entwicklungsprogramm als Curevac sowie über einen gewissen Vorsprung in der Impfstoffentwicklung. Denn beide Firmen haben bereits große Phase-3-Studien mit ihren Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 gestartet, während Curevac dies erst für das vierte Quartal 2020 in Aussicht stellt.

    Das im Jahr 2000 gegründete Tübinger Unternehmen bringt allerdings ebenfalls umfangreiche Erfahrung im Bereich der Boten-Nukleinsäuren (mRNA) mit und arbeitet im Prinzip mit dem gleichen Geschäftsmodell wie die beiden Konkurrenten. Die Strategie zielt darauf, mRNA als Plattform für eine Vielzahl von Medikamenten und Impfstoffen zu nutzen und damit eine neue Klasse von Arzneiwirkstoffen im Markt zu platzieren.

    Bei allen drei Unternehmen stand dabei die Entwicklung neuer Krebsmedikamente eher im Vordergrund, bevor die Corona-Pandemie die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten in der Impfstoffentwicklung für Infektionskrankheiten lenkte.

    Das wiederum hat den bereits börsennotierten mRNA-Spezialisten Moderna und Biontech kräftige Kurssteigerungen beschert. Der Börsenwert von Moderna hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht, die Bewertung von Biontech hat sich knapp verdoppelt.

    Auch insgesamt ist das Börsenklima für Biotech-IPOs günstig. Der Nasdaq-Biotech-Index legte seit Jahresbeginn etwa 15 Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich stärker als der Markt insgesamt.

    Mehr: Die zehn wichtigsten Corona-Impfstoff-Unternehmen – und wie weit sie sind

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