Deutsche Börse: Commerzbank fliegt aus dem Dax, Wirecard steigt auf
Die Bank steigt aus dem Dax ab.
Foto: dpaFrankfurt, New York. Es ist ein Zeichen der Zeit: Die Commerzbank verliert nach 30 Jahren ihre Position im DAX. Das teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend mit. Die Commerzbank gehörte zu den Gründungsmitgliedern des deutschen Leitindex, der die 30 größten börsennotierten Unternehmen abbildet.
Ersetzt wird das Institut durch den Münchener Zahlungsdienstleister Wirecard, dessen Aktienkurs sich in diesem Jahr fast verdoppelt hat. Das Papier der Commerzbank dagegen verlor rund 34 Prozent an Wert.
Die Commerzbank wird ab dem 24. September, wenn die Änderungen in Kraft treten, im M-Dax gelistet sein. Beobachter gehen davon aus, dass der Abstieg aus der ersten Börsenliga den Aktienkurs weiter unter Druck bringen wird. Viele Großinvestoren und vor allem passive Indexfonds (ETFs) orientieren sich eng an der Zusammensetzung der Börsenindizes. ETFs bilden die Börsenbarometer strikt nach, statt ausgeklügelte eigene Anlagestrategien zu verfolgen und müssen die Papiere der Bank daher verkaufen.
17 ETFs mit einem Anlagevolumen von insgesamt knapp 18 Milliarden Euro folgen derzeit dem Dax. Laut LBBW-Analyst Uwe Streich verkaufen ETFs in so einem Fall typischerweise 24 bis 48 Stunden vor der Indexumstellung ihre Papiere. Aus der Gewichtung der Commerzbank-Aktie im Dax von derzeit 0,85 Prozent geht hervor, dass am 20. und 21. September knapp 17 Millionen Anteilsscheine aus den Portfolios der ETFs den Markt fluten würden.