Finanzbranche: Wirecard ist erstmals mehr wert als die Deutsche Bank
Der Online-Zahlungsdienstleister wird mittlerweile mit 21,3 Milliarden Euro an der Börse bewertet.
Foto: imago/argumDüsseldorf. Die Aktien des Online-Zahlungsdienstleisters Wirecard haben am Dienstag ihren Höhenflug fortgesetzt. Ein Anteilsschein kostete zeitweise 172 Euro. Damit ist die Firma 21,3 Milliarden Euro wert – so viel wie noch nie. Demgegenüber kostet die Deutsche Bank nach dem neuerlichen Kursrutsch nur noch knapp 21 Milliarden Euro.
Wie andere große Finanzinstitute leidet auch Deutschlands größtes Bankhaus unter der Türkei-Krise und dem Verfall der Landeswährung Lira. An den Finanzmärkten wächst die Angst, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise mit drohender Staatspleite auch auf andere Schwellenländer übergreift. Daraus drohen den europäischen Bankhäusern Kredit- und vor allem Anleiheausfälle.
Dies trieb Anleger zur neuerlichen Flucht aus etablierten Finanztiteln. Eine Aktie der Deutschen Bank kostet nur noch knapp über zehn Euro.
Wirecard ist damit vor der Commerzbank und Deutschen Bank, aber nach dem Versicherer Allianz, dem Rückversicherer Munich Re und der Deutschen Börse der viertwertvollste Konzern in der deutschen Finanzbranche. Bis zum Börsenbetreiber, der auf eine Marktkapitalisierung von 22 Milliarden Euro kommt, ist es nicht mehr weit.