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Indexzusammensetzung Covestro versus Qiagen – Wer gewinnt das Duell um die Mitgliedschaft im Dax?

Am Donnerstagabend entscheidet sich, ob die Biotechfirma Qiagen den Leverkusener Chemiekonzern im Dax verdrängt. Experten kennen die Antwort bereits.
02.09.2020 - 03:55 Uhr Kommentieren
Der Aktienkurs des Leverkusener Chemiekonzerns hat sich zuletzt erholt. Quelle: dpa
Covestro-Chef Markus Steilemann

Der Aktienkurs des Leverkusener Chemiekonzerns hat sich zuletzt erholt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es waren bange Tage für Covestro-Chef Markus Steilemann. Diese Woche wird die Deutsche Börse regulär die Zusammensetzung der wichtigsten Börsenindizes überprüfen – und die Leverkusener galten als möglicher Abstiegskandidat. Doch Indexexperten zufolge kann Steilemann aufatmen: Der Chemiekonzern bleibt im Dax.

Die Entscheidung wird die Deutsche Börse erst am Donnerstagabend verkünden. Für Silke Schlünsen, die bei der Mainfirst Bank den Bereich Corporate Brokerage leitet und sich schon seit vielen Jahren mit Wechseln innerhalb der Dax-Familie beschäftigt, kommt aber nur ein Schluss aus der vorliegenden Datenlage infrage. „Nach den endgültigen Zahlen für August, die seit Dienstag vorliegen, bleibt Covestro im Dax“, legt sie sich fest.

Schlünsen ist sich so sicher, weil das Rennen um den Dax-Platz auf Grundlage nüchterner Zahlen geführt wird. Entscheidend für die Zugehörigkeit zu einem Index sind die Kriterien Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien und durchschnittlicher Börsenumsatz der vergangenen zwölf Monate. Grundlage für die anstehende Entscheidung sind die entsprechenden Ranglisten auf dieser Basis für den Monat August.

Diese Ranglisten veröffentlicht die Börse zwar erst am 3. September, doch Indexexperten in den Bankhäusern führen ihre eigenen Listen und können seit Dienstag die Entscheidungen bereits weitgehend vorempfinden.

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Standort erkennen

    Um im Dax zu bleiben, muss Covestro bei der Überprüfung der Börsenregeln bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz jeweils mindestens auf Rang 40 der insgesamt mehr als 300 börsennotierten deutschen Unternehmen liegen, die sich prinzipiell für eine Mitgliedschaft im Dax eignen. Dabei war die Lage für Covestro lange höchst ungewiss. Zwischenzeitlich lag das Unternehmen bei der Marktkapitalisierung auf Rang 41 und damit auf einem Dax-Abstiegsplatz.

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    Doch in den letzten Tagen hat sich der Kurs weiter erholt, was die Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien nunmehr nach Berechnungen von Schlünsen im August auf Rang 39 trieb.

    Wäre Covestro in den MDax der 60 mittelgroßen deutschen Unternehmen abgestiegen, wäre Qiagen in die Topliga der Börse aufgestiegen. Für einen Aufstieg aus eigener Kraft ist der Biotechkonzern nicht gut genug positioniert. Hierfür müsste das Unternehmen bei Marktkapitalisierung und Umsatz mindestens auf Rang 30 der über 300 börsennotierten Unternehmen stehen.

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    Auch der Duft- und Aromenhersteller Symrise, der schon oft als Dax-Kandidat gehandelt wurde, ist aus eigener Kraft noch nicht stark genug für einen Aufstieg in den Dax. Die Symrise-Aktie liegt zwar gemessen an der Marktkapitalisierung auf Rang 24 und damit noch deutlich vor Qiagen, erfüllt aber ebenso wenig das Umsatzkriterium.

    Mittelfristig hat Symrise laut Schlünsen jedoch gute Chancen als Dax-Kandidat. Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram bleibt dabei gelassen. „Kommt irgendwann die Aufnahme in den Dax dazu, nehmen wir das natürlich gerne mit“, sagte er im August in einem Interview.

    So dürfte es im Dax vorerst bei zwei Neueinsteigern in diesem Jahr bleiben. Die Zusammensetzung des deutschen Leitindexes hat allerdings auch so viel Bewegung in den letzten Monaten erfahren. Seit Ende August residiert bereits der defizitäre Essenslieferant Delivery Hero für den insolventen Skandalkonzern Wirecard im Dax. Die Deutsche Börse hatte ihre Regeln geändert und Wirecard wegen des Insolvenzantrags vorzeitig aus dem Dax geworfen.

    Im Juni räumte zuvor bereits die Deutsche Lufthansa ihren Dax-Platz für den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Dennoch wird die reguläre Überprüfung der Indizes der Dax-Familie, die die Deutsche Börse am 3. September nach dem Klingeln der Schlussglocke an der Wall Street, also nach 22 Uhr verkündet, nicht ohne Veränderungen bleiben.

    Dabei geht es jedoch nicht um den Dax, sondern um mögliche Wechsel im MDax der 60 mittelgroßen deutschen Unternehmen, dem SDax der 70 kleinen Unternehmen und dem TecDax der 30 größten deutschen Technologiewerte.

    RTL und Rocket Internet vor dem Abstieg

    So sind im MDax nach Ansicht der Indexexpertin Schlünsen der Fernsehsender RTL Group und Rocket Internet klare Abstiegskandidaten. Ersetzt werden sie voraussichtlich durch Shop Apotheke und Wacker Chemie. Im SDax dürften laut Schlünsen Adler Bertrandt und Steinhoff als besonders schwach kapitalisierte Unternehmen und Atoss Software wegen des zu geringen Börsenumsatzes den SDax verlassen.

    Als Nachrücker im SDax stehen das Spezialpharmaunternehmen Medios, das börsennotierte IT-Unternehmen Secunet mit Hauptsitz in Essen und der auf Schwellenländer ausgerichtete Online-Modehändler Global Fashion Group bereit.

    Doch auch Symrise-Boss Heinz-Jürgen Bertram und Qiagen-Chef Thierry Bernard können noch auf eine zweite Chance hoffen. Ende des Jahres, am 3. Dezember, wird die Börse das nächste Mal regulär die Zusammensetzung der Dax-Familie prüfen – und Covestro-Boss Markus Steilemann muss darauf setzen, dass sich der Kurs seines Konzerns bis dahin weiter stabilisiert hat. Selbst wenn das nicht der Fall ist, müssen die beiden Firmen jedoch mit weiterer Konkurrenz rechnen. So macht sich auch die börsennotierte Siemens-Medizinsparte Siemens Healthineers konkrete Hoffnungen.

    Mit einer Marktkapitalisierung von rund 44 Milliarden Euro erfüllt Healthineers ein Dax-Kriterium bereits locker, doch der niedrige Streubesitz angesichts der 85-Prozent-Beteiligung durch den Mutterkonzern war bisher der Hemmschuh. Durch die angekündigte Übernahme des US-Medizintechnikunternehmens Varian könnte sich dies jedoch bald ändern.

    Abgeschlossen soll die Übernahme indes erst im ersten Halbjahr 2021 sein. Er sei sich sicher, dass es „nur eine Frage der Zeit ist, wann wir in den Dax aufgenommen werden“, gab sich Healthineers-Chef Bernd Montag zuversichtlich. Der Dax-Auswahltermin Anfang Dezember dürfte für Healthineers aber noch zu früh kommen.

    Mehr: Siemens Healthineers steuert mit Milliardenübernahme auf den Dax zu

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