1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Aktien
  5. MDax-Aufsteiger Auto1: Analysten sehen Kurspotenzial von 37 Prozent

MDax-Aufsteiger37 Prozent Kurspotenzial: Das bietet die Aktie von Auto1 den Anlegern

Am 21. Juni steigt die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 in den MDax auf. Nach dem jüngsten Kursrückschlag sehen Analysten große Chancen für die Aktie.Andrea Cünnen 04.06.2021 - 15:48 Uhr Artikel anhören

Aktieninvestoren setzen auf den Ausbau der Plattform „Autohero“ des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 Group.

Foto: AUTO1

Frankfurt. Wenn ein Unternehmen in einen Börsenindex aufsteigt, ist der Großteil der Rally oft schon gelaufen. Nicht so bei der Auto1 Group. Die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers steigt am 21. Juni in den MDax der 60 größten deutschen Nebenwerte auf. Und nicht nur das: Auto1 wird gleichzeitig im breiten europäischen Börsenindex Stoxx Europe 600 gelistet.

Der Aufstieg war rasant, denn das Berliner Unternehmen ging erst Anfang Februar zum Ausgabepreis von 38 Euro an die Börse. Mit 18 Milliarden Euro war es der größte deutsche Börsengang seit anderthalb Jahren. Deshalb galt Auto1 schon früh als ein Kandidat für den MDax. Im Nebenwerteindex ersetzt Auto1 künftig den Chip-Zulieferer Siltronic. Nach einer wilden Schlingerfahrt kostet die Aktie derzeit gut 39 Euro. Nach Meinung von Analysten ist das zu wenig.

Neun Bankanalysten, die Auto1 beobachten, sehen auf Sicht der nächsten zwölf Monate noch viel Potenzial. Die Kursziele liegen zwischen 46 Euro bei der Commerzbank und 70 Euro bei RBC Capital Markets. Im Schnitt rechnen die Analysten damit, dass die Aktie in zwölf Monaten knapp 54 Euro kosten wird. Das entspräche einem Anstieg von 37 Prozent.

Der europäische Markt für Gebrauchtwagen umfasst nach Berechnungen des Bankhauses Metzler rund 600 Milliarden Euro. Online werde davon jedoch nur ein Prozent verkauft. Von daher sieht Metzler-Analyst Tom Diedrich „reichlich Wachstumschancen“ für Online-Gebrauchtwagenhändler. Auto1 betreibt die größte Internetplattform für den Verkauf von gebrauchten Autos.

Privatleute können über die Plattform „WirkaufenDeinAuto.de“ ihr altes Auto verkaufen. Investoren setzen ihre Hoffnung nach Ansicht von Nizla Naizer, Analystin bei der Deutschen Bank, vor allem auf den Ausbau der Plattform „Autohero“. Über diese Plattform können Kunden gebrauchte Autos von Händlern kaufen. „Wenn jemand erfolgreich ein Direct-to-Consumer-Online-Autohandelsgeschäft aufbauen kann, dann ist es Autohero“, ist Naizer überzeugt.

Wachstum wird vorangetrieben

Außerdem gefällt der Deutschen-Bank-Analystin der „maßvolle Ansatz“ der Auto1 Group: Das Wachstum solle vorangetrieben werden, aber nicht auf Kosten der Kundenzufriedenheit. Im von Corona geprägten vergangenen Jahr ging der Umsatz der Auto1 Group um 18 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Im ersten Quartal stieg der Umsatz aber im Vergleich zum Vorquartal um rund 16 Prozent auf 900 Millionen Euro.

Für die kommenden Monate ist Auto1-Mitgründer und Firmenchef Christian Bertermann optimistisch. Im laufenden Jahr strebt das Unternehmen Erlöse zwischen 3,8 und 4,2 Milliarden Euro an. „Wir sind gerade erst gestartet mit unserer Mission, den Gebrauchtwagenmarkt in Europa zu digitalisieren“, sagt Bertermann. Die Aufnahme in den MDax sei „ein wichtiger Meilenstein“ auf diesem Weg.

Trotz aller positiven Potenzialeinschätzungen ist Auto1 aber noch nicht profitabel. Wie bei Start-ups üblich, muss das 2012 gegründete Berliner Unternehmen zunächst viel investieren. 2020 betrug der bereinigte Betriebsverlust noch 15,2 Millionen Euro nach 60,4 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres war das Minus mit 14,2 Millionen Euro groß – aber ebenfalls niedriger als im Vorquartal. Das Unternehmen schnitt zudem besser ab, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Die Aktie geriet dennoch in den vergangenen Tagen massiv unter Druck. Das hatte aber nichts mit den Aussichten von Auto1 zu tun, sondern damit, dass große Risikokapitalgeber Kasse machten. Die japanische Softbank, der Venture-Capital-Investor DST Global und Piton Capital verkauften in der Nacht zum Dienstag Aktien für insgesamt 400 Millionen Euro.

Große Aktienverkäufe belasten die Aktie

Der Verkaufspreis lag bei 41 Euro – und damit acht Prozent niedriger unter dem Marktpreis zu diesem Zeitpunkt. Entsprechend sackte auch der Aktienkurs ab. Am Mittwoch und Donnerstag fiel die Aktie um insgesamt 13 Prozent auf unter 39 Euro. Am Freitag nach der Nachricht über die Aufnahme in den MDax stieg sie in der Spitze um drei Prozent auf knapp 40 Euro.

Vom gleich am ersten Tag erreichten Hoch – in der Spitze von über 56 Euro – ist die Aktie aber weit entfernt. Seit der Erstnotiz schwankt der Kurs zudem stark. Dies zeigt, dass die Auto1-Aktie nur etwas für Anleger mit starken Nerven ist. Der jüngste Kursrückgang macht die Aktie indes günstiger und nach Einschätzung von Analysten attraktiver.

Verwandte Themen
Auto1
MDax
Europa
Grenke
Softbank
Commerzbank

Analyst Diedrich vom Bankhaus Metzler zum Beispiel fand die Auto1 Group schon in seiner Ersteinschätzung Mitte März interessant. Damals kostete die Aktie aber 47 Euro und spiegelte damit nach Ansicht von Diedrich das Wachstumspotenzial des Online-Gebrauchtwagenhändlers wider. Vor zwei Wochen, als die Aktie um die 40 Euro kostete, änderte er seine Empfehlung auf „kaufen“ – mit dem Kursziel 47 Euro.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt