Rheinmetall, Hensoldt, Heckler & Koch: „Zeitenwende“ im Portfolio: Unter welchen Bedingungen sich der Einstieg in Rüstungsaktien noch lohnt
Der Panzer wird von der Nato Enhanced Forward Presence Battle Group eingesetzt.
Foto: dpaKöln. Während weltweit die Börsenkurse absacken, bewegen sich die Papiere einer Sparte auf Rekordniveau: Rüstungsaktien. Kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stiegen die Kurse sprunghaft an.
Nach der „Zeitenwende“-Rede, in der Bundeskanzler Olaf Scholz 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr ankündigte, schossen die Notierungen der deutschen Waffenschmieden buchstäblich in die Höhe. Rheinmetall, Hensoldt und Heckler & Koch legten zum Teil um mehr als 100 Prozent zu.
Bei Heckler & Koch verbilligte sich der Anteilsschein zwar wieder deutlich. Er liegt dieses Jahr aber immer noch 20 Prozent im Plus.
Angesichts der Hausse bei Rüstungsaktien fragen sich Anleger, ob sie – vielleicht sogar trotz bisher gehegter ethischer Bedenken – auch jetzt noch in Hersteller von Militärgerät investieren sollten. Nach Auffassung von Analysten könnte sich ein Engagement mittel- bis langfristig lohnen. Auch ausländische Rüstungsaktien sind einen Blick wert.
Was Rüstungsaktien auch jetzt noch zu einer interessanten Beimischung im Portfolio macht, ist die „Zeitenwende“: Die Verteidigung von Freiheit und Demokratie steht wieder oben auf der Agenda von Regierungen. Angesichts des russischen Angriffskriegs einigten sich die 30 Nato-Staaten auf zusätzliche Militärausgaben von mehr als 20 Milliarden Euro bis 2030. Damit stehen dem Verteidigungsbündnis in dieser Zeit knapp 45 Milliarden Euro zur Verfügung.