Anleihen: Europas Aufrüstung treibt Anleiherenditen
Frankfurt. Was sich seit Monaten anbahnt, ist nun Gewissheit: Europa kann sich auf den militärischen Schutz der USA nicht mehr verlassen. Das zeigen etwa die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, der Ukraine militärische Unterstützung nur im Tausch gegen Rohstoffe im Milliardenwert zu gewähren.
Europa ist daher gezwungen, Hunderte Milliarden Euro zusätzlich in die Verteidigung des Kontinentes zu investieren. Experten sind überzeugt: Das geht nur, indem die EU-Mitgliedstaaten ihre Verschuldung erhöhen. So sagt Felix Schmidt, Ökonom beim Bankhaus Berenberg, Deutschland könne die benötigten Summen nicht durch Einsparungen aufbringen, und das gelte auch für fast alle anderen europäischen Länder.
Vorerst offen bleibt, wie genau die EU-Staaten das nötige Kapital zusammenbekommen wollen. Nur eines zeichnet sich bereits ab: Den größten Teil der Last muss der europäische Anleihemarkt stemmen. Investoren müssen sich auf eine Flut neuer Anleihen von EU-Institutionen und -Mitgliedstaaten einstellen. Zunehmend stellt sich die Frage: Finden sich genügend Investoren, die mit Anleihekäufen Europas Aufrüstung finanzieren?