Anleihen: Staat leiht sich im Herbst 15 Milliarden Euro mehr als geplant
Frankfurt. Deutschland braucht im vierten Quartal erneut mehr Geld von Investorinnen und Investoren. Das hat die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Donnerstag angekündigt – und das, während im Parlament noch die Debatten über den ersten von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossenen Haushalt liefen.
Geplant sind für das vierte Quartal jetzt neue Bundeswertpapiere im Umfang von knapp 91 Milliarden Euro. Das sind 15 Milliarden Euro mehr als noch im Juni vorgesehen. Von den Zusatzemissionen entfallen 10,5 Milliarden auf Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren und 4,5 Milliarden auf Geldmarktpapiere, die in weniger als zwölf Monaten fällig werden.
Anleihen mit 50 Jahren Laufzeit wird es von Deutschland nicht geben. „Wir haben das sehr intensiv mit Investoren und Banken diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nur eine sehr isolierte, strukturierte Nachfrage nach 50-jährigen Bundesanleihen gäbe“, sagte Tammo Diemer, Chef der Finanzagentur.
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