Banken: 260 Prozent plus – Geschäft mit hochverzinsten Krediten boomt
Frankfurt. Banken sind wieder stärker dazu bereit, Finanzinvestoren hochverzinste Kredite für Firmenkäufe zu geben. Das sogenannte Leveraged-Finance-Volumen schnellte in diesem Jahr in die Höhe: Von Januar bis November lag es in Deutschland mit 41,1 Milliarden Euro rund 260 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie Zahlen des Datenanbieters Dealogic zeigen.
„2024 ist das aktivste Emissionsjahr in der Marktgeschichte – und es ist noch nicht vorbei“, frohlockt Ales Mydlar, Leiter Leveraged Finance im deutschsprachigen Raum für JP Morgan.
Als Leveraged Finance werden Kredite mit vergleichsweise hohen Zinsen bezeichnet, die Finanzinvestoren für Firmenkäufe einsetzen. Sie setzen dabei typischerweise möglichst viel geliehenes Geld und möglichst wenig Eigenkapital ein. Die Schuldenlast bürden sie dem übernommenen Unternehmen auf.
Im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) ist der Trend ähnlich. Mit 284 Milliarden Euro übersteigt das Volumen in den ersten elf Monaten 2024 sogar den Wert des Boomjahres 2021.
Danach hatten sich Banken angesichts der Unklarheit über die Zinsentwicklung bei der Vergabe von hochverzinsten Krediten zurückgehalten. Weil die Kosten für Fremdkapital höher waren, hielten sich auch viele Finanzinvestoren mit Deals zurück.