Digitale Währungen: Bank of England fordert nach FTX-Kollaps rasche Regulierung – Bitcoin und Ether erneut unter Druck
Innovationen in der Finanzwelt müssen möglich sein, aber in einem gesetzten Rahmen, fordert der Vizechef der Bank of England.
Foto: REUTERSDenver. Die britische Zentralbank hat sich nach der Insolvenz der Kryptobörse FTX in die Diskussion um die Zukunft der Kryptobranche eingeschaltet. So seien besonders die Token, die von Börsen selbst herausgegeben werden, „extrem riskant“, wenn sie als Sicherheiten für Kryptokredite hinterlegt werden, betonte Jon Cunliffe, der Vizechef der Bank of England (BoE), am Montag.
Dieser Umstand hatte auch den Kollaps von FTX, der einst drittgrößten Kryptobörse, beschleunigt. Der Token FTT machte einen großen Teil der Bilanz von FTX aus, war jedoch durch nichts gedeckt und konnte von FTX einfach digital geschaffen werden. Auch das Schwesterunternehmen Alameda hatte große Mengen von FTT als Sicherheiten hinterlegt und ist nun ebenfalls Teil des Insolvenzverfahrens.
Cunliffe sprach sich insgesamt für eine strengere Regulierung der Kryptowelt aus. Der Kryptoabschwung und die Implosion von FTX in der vergangenen Woche hätten zwar verdeutlicht, dass die Kryptowelt noch nicht groß und verzahnt genug mit der klassischen Finanzindustrie sei, um die Finanzstabilität zu bedrohen. „Doch wir sollten nicht warten, bis sie groß und vernetzt ist, um die notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen zur Verhinderung eines Kryptoschocks zu entwickeln, der eine viel stärker destabilisierende Wirkung haben könnte“, mahnte Cunliffe.