Kryptobörse: 1000 Telefonate mit Reportern trotz Hausarrest: FTX-Gründer muss wieder in Haft
Der FTX-Gründer muss im Gefängnis auf seine Haftstrafe warten.
Foto: ReutersNew York. Der Gründer der insolventen Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, muss wegen Verstößen gegen Kautionsauflagen im Gefängnis auf seinen Prozess warten. US-Bezirksrichter Lewis Kaplan folgte bei einem Gerichtstermin am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Kautionsentscheidung zurückzuziehen, weil Bankman-Fried versucht habe, Zeugen einzuschüchtern. Seine Verteidigung kündigte Berufung an.
Der Beschuldigte habe immer wieder rote Linien übertreten, erklärte Kaplan. „Es besteht Grund zu der Annahme, dass der Angeklagte mindestens zweimal versucht hat, Zeugen zu manipulieren.“
Der Richter lehnte einen Antrag der Verteidigung ab, Bankman-Frieds Inhaftierung bis zum Einspruch gegen den Entscheid aufzuschieben. Bankman-Fried wurde im Anschluss an die Anhörung in Handschellen abgeführt.
Dem 31-Jährigen werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Er habe gewaltige Summen von Anlegern von seiner Kryptoplattform FTX abgezweigt und damit Luxusimmobilien gekauft, Spenden an Politiker getätigt und riskante Finanzgeschäfte abgewickelt, so die Anklage.
Seit seiner Auslieferung durch die Bahamas lebte er gegen eine mit weiteren Auflagen verbundene Kaution im Haus seiner Eltern in Palo Alto, Kalifornien, unter Hausarrest. 250 Millionen Dollar waren für ihn hinterlegt worden. Der Prozess soll Anfang Oktober beginnen.