Öl: Pessimismus ist zurück am Ölmarkt – Brent-Öl fällt erstmals seit Juni unter 40 Dollar
Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA.
Foto: dpaFrankfurt. Wochenlang herrschte am Ölmarkt Stillstand, der Preis für europäisches Öl der Sorte Brent pendelte um die Marke von 45 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter). Doch nun ist der Pessimismus am Ölmarkt zurück: Am Dienstag fielen die Ölpreise in der Spitze um bis zu sieben Prozent. Brent-Öl kostete erstmals seit Juni wieder weniger als 40 Dollar pro Fass.
Ein Grund für den Preiseinbruch ist der generelle Rückzug der Investoren aus riskanten Anlagen, zu denen Öl als zyklischer Rohstoff ebenfalls zählt. Auch die US-Technologiebörse Nasdaq hat am Dienstag ihren Ausverkauf fortgesetzt. Das Ende der „driving season“ in den USA, der Hauptreisezeit im Sommer, gilt zudem als saisonaler Einfluss auf die Treibstoffnachfrage. Und auch China kauft derzeit nicht mehr so viel Öl, schreibt Warren Patterson, Chefrohstoffananlyst der ING Bank in einer aktuellen Analyse: „Die größte Sorge am Markt ist weiterhin die Öl-Nachfrage.“
Gleichzeitig pumpt das Ölkartell Opec seit August wieder etwas mehr Öl. Dass das Kartell sich der niedrigeren Nachfrage nicht entziehen kann, zeige jedoch die Preispolitik des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco. Der weltgrößte Ölproduzent habe zuletzt seine Preise für die meisten Rohölsorten gekappt, so Patterson. „Das war nicht hilfreich für die Stimmung der Marktteilnehmer.“