Rohstoffe: Ölpreise steigen zunächst nach Embargo der EU
Russland hat angekündigt, den Preisdeckel von 60 Dollar nicht zu akzeptieren.
Foto: IMAGO/Sipa USAFrankfurt. Nach 20 Minuten Videokonferenz war alles vorbei: Der von Saudi-Arabien und Russland angeführte Ölverbund Opec plus fährt auf Sicht. Die Ölallianz wird ihre bis Ende Dezember gültige Förderquote auch im neuen Jahr beibehalten und fördert weiterhin 41,9 Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl am Tag. Die Opec plus betont gleichzeitig, sie stehe jederzeit für eine Zusammenkunft bereit, um – falls erforderlich – sofortige Maßnahmen zu treffen.
Der Zusammenschluss wappnet sich damit für mögliche Verwerfungen, die die westlichen Ölsanktionen gegen Russland auslösen könnten - will sich aber auch nicht ohne Not erneut den geballten Ärger der USA zuziehen.
Am Montag ist das Ölembargo der Europäischen Union gegen Russland samt Preisdeckel auf Lieferungen in andere Regionen der Welt in Kraft getreten. Über den Seeweg darf russisches Erdöl nun nicht mehr in die EU gelangen. Bei anderen Ländern will die EU eine bewegliche Preisobergrenze für Ural-Öl von aktuell 60 Dollar durchsetzen. Gelingen soll das, indem unter anderem europäische Reedereien oder Versicherungen, die im Ölgeschäft schwer durch andere Unternehmen ersetzt werden können, nur noch dann Geschäfte mit Öltransporten machen dürfen, wenn das Öl zum festgelegten Maximalpreis gehandelt wird.