Türkische Währung: Inflation in der Türkei steigt auf höchsten Stand seit 15 Jahren
Anleger fürchten, dass die Politik nicht rasch genug handelt, um die steigende Inflation in dem Land einzudämmen.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Lira-Krise treibt die Inflation in der Türkei immer weiter in die Höhe. Im August seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 17,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt am Montag in Ankara mit. Dies ist die höchste Teuerungsrate seit September 2003 und übertrifft die Befürchtungen von Analysten. Im Juli hatte die Rate bei 15,85 Prozent gelegen.
Seit Monaten ist die türkische Landeswährung Lira stark unter Druck, was die Inflation nach oben treibt, weil importierte Waren teurer werden. Am Montagmorgen gab die Lira erneut nach. Die Währung sackte um 2,5 Prozent gegenüber dem Euro ab, gegenüber dem US-Dollar sogar um bis zu 3,3 Prozent. Ein Euro kostete 7,79 Lira.
Im August kam es zu einem besonders rasanten Absturz auf neue Rekordtiefs zum Euro und Dollar. Ein Euro war zwischenzeitlich mehr als acht Lira wert, zum Jahresbeginn waren es noch 4,5 Lira. Eine nachhaltige Erholung gab es bislang nicht.
„Vor den Ereignissen im August sah unser Basisszenario eine Inflationsbeschleunigung auf rund 18 Prozent in den kommenden Monaten vor“, sagte Commerzbank-Analyst Tata Ghose. „Jetzt halten wir 25 bis 30 Prozent bis Ende 2018 für wahrscheinlich.“