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Weltgrößter ÖlkonzernSaudi Aramco zahlt Rekorddividende trotz Gewinneinbruch

Trotz des Ölpreiskriegs zahlt Saudi Aramco so viel Geld an seine Investoren wie kein anderer Konzern. Corona zwingt die Golfstaaten derweil zum Handeln.Mathias Brüggmann 15.03.2020 - 13:33 Uhr

Saudi Aramco muss wegen sinkenden Ölpreisen einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.

Foto: Reuters

Berlin. Schon vor dem Ausbruch des Ölpreiskrieges zwischen Saudi-Arabien und Russland vor gut einer Woche hat der weltgrößte Ölkonzern erheblich unter der negativen Ölpreiskonjunktur zu leiden gehabt. Nach den am Sonntag erstmals seit dem Börsengang Mitte Dezember von Saudi Aramco vorgelegten Geschäftsbericht ist der Gewinn 2019 gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Prozent auf 88,2 Milliarden Dollar geschrumpft.

„Der Rückgang war hauptsächlich auf niedrigere Rohölpreise und verringerte Produktionsmengen zurückzuführen, verbunden mit rückläufigen Raffinerie- und Chemiemargen sowie einer Wertminderung in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Sadara Chemical Company“, gab Aramco am Sonntag bekannt.

In dem per E-Mail versandten Statement erwähnt Aramco-CEO Amin Nasser den fatalen Drohnenangriff nicht, bei dem angeblich vom Erzfeind Iran gesteuerte Rebellen aus dem benachbarten Jemen die wichtigsten Ölanlagen des Konzerns getroffen hatten. Dabei war im September fast drei Viertel der Ölaufbereitung ausgefallen.

Nasser sagte lediglich: „2019 war ein außergewöhnliches Jahr für Saudi Aramco. Durch eine Vielzahl von Umständen - einige geplant und andere nicht - wurde der Welt ein beispielloser Einblick in die Flexibilität und Widerstandsfähigkeit von Saudi Aramco geboten. “

Im Dezember hatte Saudi-Arabien 1,5 Prozent der Aramco-Anteile an Riads Börse Tadawul gebracht und damit 29,4 Milliarden Dollar erlöst. Damit war der Aramco IPO der größte in der Geschichte. Kurz darauf stieg die Marktkapitalisierung des Konzerns auf über zwei Billionen Dollar.

Allerdings ist der Aktienkurs durch den seit Wochen anhaltenden Kursverfall inzwischen deutlich unter den Ausgabewert gefallen, die Marktkapitalisierung auf rund 1,5 Billionen Dollar gesunken. Trotz des erheblichen Gewinnrückgangs kündigte Aramco an, es werde für 2019 Dividenden im Wert von 73,2 Milliarden US-Dollar ausschütten.

Auf Basis der Verpflichtungen aus dem Börsengang werden die Dividenden für die nächsten fünf Jahre jeweils mindestens 75 Milliarden US-Dollar betragen. Und dies obwohl der Ölpreis zuletzt drastisch eingebrochen war, was laut Analysten hart auf die Geschäftszahlen des Konzerns durchschlagen dürfte.

Druck auf Golfstaaten steigt

Um finanziell gegenzusteuern, hat der Ölgigant schon im abgelaufenen Jahr seine Investitionen von 35,1 im Vorjahr auf nur noch 32,8 Milliarden Dollar gesenkt. 2020 würden nur noch 25 bis 30 Milliarden Dollar investiert. 2019 sei es trotzdem gelungen, die Produktionskapazitäten auf 13,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öläquivalent zu steigern, ebenso seien die nachgewiesenen Ölreserven gestiegen.

Nicht nur der jüngste Ölpreiskrieg, bei dem Saudi-Arabien trotz wegen der Corona-Krise drastisch gesunkener Ölnachfrage die Produktion massiv hochgefahren hat, macht Aramco Sorgen. Auch der Ausbruch der Covid-19-Pandemie, denn er „zeigt, wie wichtig Agilität und Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig verändernden globalen Landschaft sind“, sagte Nasser.

Er glaube, dass trotz des Endes der Produktionsmengenbegrenzung seitens des Ölkartells Opec und Russlands Aramco nun die „schwierige und doppelte Herausforderung besteht, die Nachfrage nach mehr Energie zu befriedigen und gleichzeitig auf den steigenden Wunsch nach sauberer Energie zu reagieren“.

Mit einem Stimuluspaket in Höhe von 47 Milliarden Dollar wollen die arabischen Staaten Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) sowie Ägypten die Folgen der Pandemie bekämpfen. Das Königreich hat alle Flüge ins Ausland gestrichen. Dubai und Abu Dhabi haben zudem alle Kinos, Clubs, Fitnessstudios und Sehenswürdigkeiten – auch die Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes des Welt – des 828 Meter hohen Burj Khalifa – gesperrt.

Ökonomisch steuern die bedeutendsten arabischen Volkswirtschaften massiv gegen: Die saudische Zentralbank stellte ein 50 Milliarden Rial (13,3 Milliarden Dollar) umfassendes Paket zur Unterstützung privater Unternehmen vor. Die VAE hatten zuvor ein 100 Milliarden Dirham (27,2 Milliarden Dollar) großes Programm angekündigt, damit sollen vor allem Banken gestützt und kapitalisiert werden.

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Denn allein in Dubai grassiert aktuell eine veritable Immobilienkrise, die schon so ein Stresstest für die Kreditinstitute darstellen. Ägyptens Regierung kündigte an, es werde 100 Milliarden Pfund (6,4 Milliarden Dollar) zur Bekämpfung des Coronavirus bereitstellen.

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