Geldanlage: Fondsmanager sehen für Aktien weniger Gefahren als im Februar
Frankfurt. An den Aktienbörsen scheint sich die Lage im Vergleich zum Februar verbessert zu haben. Sie wird von Fondsmanagern als weniger gefährlich eingeschätzt, wie Experten der Bank of America aus den Ergebnissen ihrer März-Umfrage ableiten. Sie haben dafür 171 internationale Fondsmanager mit einem Kapital von 426 Milliarden US-Dollar befragt.
Die Märkte haben laut der Bank insgesamt ihre Verkaufszone verlassen. Die Aktienbörsen sind demnach nicht mehr in einer Situation, in der wie in der Vergangenheit ein Aktienverkauf angeraten war. Den Stimmungsindikator ermitteln die Analysten anhand von drei Faktoren:
- Cash-Niveau
- Aktienquoten
- Erwartungen an das Wirtschaftswachstum
Die Umfrage zeigt, dass die Barbestände in den Portfolios von 3,5 Prozent auf 4,1 Prozent im März gestiegen sind. Ein Niveau über vier Prozent sei als Ende des seit Mitte Dezember gültigen Verkaufssignals aufgrund dieser Kennzahl zu deuten. Seitdem hätten beispielsweise die sieben größten US-Tech-Aktien 20 Prozent verloren, was den Indikator bestätigen soll.
Umschichtung von Aktien in Cash
Die Übergewichtung von Aktien sei extrem gesunken. Momentan würden unter dem Strich nur noch sechs Prozent der Manager im Vergleich zu ihrer neutralen Allokation höhere Anteile halten. Die abgezogenen Gelder seien in die Barbestände geflossen und nicht in Anleihen investiert worden.
Bei der Messung der Aktienausrichtungen fallen die Extreme auf: Die Manager haben US-Titel relativ gesehen am stärksten untergewichtet, Titel aus der Euro-Zone dagegen am deutlichsten übergewichtet. Die deutsche Börse scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen, wie der Dax-Aufschwung der vergangenen Monate und sein Rekordstand am Dienstag unterstreichen.
Aus der Branchenbrille bevorzugen die Manager bei den Aktien Versorger und Banken am stärksten. Die größten Untergewichte wählen sie für die Sektoren Energie und Technologie.
Die beliebteste Positionierung ist weiterhin eine hohe Quote an großen US-Tech-Titeln, den sogenannten Glorreichen Sieben: Alphabet, Apple, Microsoft, Tesla, Amazon, Nvidia und Meta. Das gilt laut den Umfrageergebnissen zwar bereits seit etwa zwei Jahren, doch sei die Zustimmungsquote deutlich gefallen.
Beim Handelskrieg gewinnt Gold
Als größtes Risiko stufen die Manager einen Handelskrieg ein, der eine globale Rezession auslösen würde. In einem solchen Szenario schätzen die meisten Fondsmanager, dass Gold die attraktivste Anlageform wäre – das Metall ist bereits aktuell so teuer wie nie. Die Feinunze kostet mehr als 3000 US-Dollar.
Der Wirtschaftsausblick ist derweil gespalten. Die Konjunkturskepsis nahm laut der Bank of America so stark zu wie selten, gerade mit Blick auf die USA. Im Gegensatz dazu sind die Fondsmanager für die chinesische Konjunktur positiver gestimmt.