Britische Bank: Barclays-Aktie stürzt kurzzeitig um zehn Prozent ab – vermutlich aufgrund eines „Fat-Finger-Fehlers“
Die Aktie des Geldhauses erholte sich schnell.
Foto: dpaDüsseldorf. Die britische Bank Barclays hat am Mittwoch einen Börsenstart der besonderen Art erlebt. Die Aktien des Instituts stürzten zunächst um knapp zehn Prozent ab auf 165 Pence, innerhalb weniger Minuten stieg der Kurs dann wieder auf 184 Pence. Gegen Mittag liegt er bei etwa 186 Pence und damit nahezu unverändert im Vergleich zum Vortag.
In Finanzkreisen wird die Fehleingabe eines Marktteilnehmers vermutet, ein sogenannter „Fat Finger“. Wahrscheinlich hat sich bei einer großen Transaktion ein Zahlendreher eingeschlichen. Darauf deutet auch das massive Ordervolumen von 6,6 Millionen Aktien in den ersten zwei Handelsminuten hin, was rund acht bis zehn Prozent der durchschnittlichen Tagesumsätze entspricht.
In der Folge wurde die Barclays-Aktie kurzzeitig vom Handel ausgesetzt, wie es bei Preisschwankungen von mehr als drei Prozent üblich ist. Die Kontrollmechanismen hätten wie geplant funktioniert, erklärte eine Sprecherin der Londoner Börse LSE.
Derartige Pannen gibt es in der Finanzwelt immer wieder – bisweilen mit einem bitteren Ende für die betroffenen Marktteilnehmer. Jüngstes Beispiel ist eine Fehlüberweisung der US-Großbank Citigroup. Sie hatte im August 2020 als Kreditverwalter des Kosmetikherstellers Revlon insgesamt 893 Millionen Dollar an mehrere Gläubiger überwiesen – versehentlich, wie sich später herausstellte. Sie wollte eigenen Angaben zufolge nur knapp acht Millionen Dollar überweisen.